Uploaded August 2026 | Updated September 2026, 1 hour ago
Ulrich Dirnagl: Profite wie im Drogenhandel? Wie Oligopole das akademische Verlagswesen kapern konnten
Vortrag im Einstein Forum, 2. Mai 2024
Jedes Jahr veröffentlichen wissenschaftliche Journale weltweit mehrere Millionen Artikel. Diese Journale befinden sich meist im Besitz kommerzieller Verlage, die ihrerseits von einigen wenigen Oligopolen kontrolliert werden. Deren Profitraten liegen bei 40% – das Ergebnis eines bemerkenswerten Geschäftsmodells.
Anders als noch vor etwa 20 bis 30 Jahren liegt inzwischen die komplette ›Wertschöpfungskette‹ der Wissenschaft (Forschen – Artikel schreiben – Artikel begutachten – Artikel formatieren etc.) inzwischen bei ihr selbst. Trotzdem sind die Verlage die ›Gatekeeper‹ des wissenschaftlichen Publizierens geblieben, und das kommt uns im wahrsten Sinne des Wortes teuer zu stehen: Denn die Wissenschaftsverlage nutzen einerseits die Forscher als Autoren, Gutachter und Herausgeber, ohne sie dafür zu honorieren; andererseits verlangen sie aber die Abtretung aller Urheberrechte. Die Universitätsbibliotheken kaufen dann mit Steuergeldern die – über die staatliche Forschungsförderung bereits mit Steuergeldern finanzierten – Artikel von den Verlagen. Alternativ, und dies ist das neueste Geschäftsmodell, müssen die Autoren gleich selbst für ihre eigenen Artikel zahlen, in Form sogenannter ›Article Processing Charges‹. Wie konnte sich dieses System entwickeln? Geht es da vielleicht inzwischen in erster Linie um eine Reputationsökonomie? Bleiben dabei kleinere, nicht-kommerzielle Verlage, die das Publikationswesen vorantreiben und bereichern, auf der Strecke? Gibt es einen Ausweg aus dieser Situation?
Ulrich Dirnagl leitet den Bereich Experimentelle Neurologie an der Berliner Charité und ist Gründungsdirektor des Quest Center for Responsible Research am Berlin Institute of Health. Darüber hinaus setzt er sich mit monatlichen Kolumnen kritisch mit den Praktiken wissenschaftlicher Forschung und den akademischen Publikationsbedingungen auseinander (vgl. https://dirnagl.com). Zu seinen eigenen Publikationen zählt neben einer großen Zahl wissenschaftlicher Artikel auch das mit Jochen Müller zusammen verfasste Ich glaub, mich trifft der Schlag. Warum das Gehirn tut, was es tun soll, oder manchmal auch nicht (2016).
Ulrich Dirnagl: Profite wie im Drogenhandel? Wie Oligopole das akademische Verlagswesen kapern konnten
Vortrag im Einstein Forum, 2. Mai 2024
Jedes Jahr veröffentlichen wissenschaftliche Journale weltweit mehrere Millionen Artikel. Diese Journale befinden sich meist im Besitz kommerzieller Verlage, die ihrerseits von einigen wenigen Oligopolen kontrolliert werden. Deren Profitraten liegen bei 40% – das Ergebnis eines bemerkenswerten Geschäftsmodells.
Anders als noch vor etwa 20 bis 30 Jahren liegt inzwischen die komplette ›Wertschöpfungskette‹ der Wissenschaft (Forschen – Artikel schreiben – Artikel begutachten – Artikel formatieren etc.) inzwischen bei ihr selbst. Trotzdem sind die Verlage die ›Gatekeeper‹ des wissenschaftlichen Publizierens geblieben, und das kommt uns im wahrsten Sinne des Wortes teuer zu stehen: Denn die Wissenschaftsverlage nutzen einerseits die Forscher als Autoren, Gutachter und Herausgeber, ohne sie dafür zu honorieren; andererseits verlangen sie aber die Abtretung aller Urheberrechte. Die Universitätsbibliotheken kaufen dann mit Steuergeldern die – über die staatliche Forschungsförderung bereits mit Steuergeldern finanzierten – Artikel von den Verlagen. Alternativ, und dies ist das neueste Geschäftsmodell, müssen die Autoren gleich selbst für ihre eigenen Artikel zahlen, in Form sogenannter ›Article Processing Charges‹. Wie konnte sich dieses System entwickeln? Geht es da vielleicht inzwischen in erster Linie um eine Reputationsökonomie? Bleiben dabei kleinere, nicht-kommerzielle Verlage, die das Publikationswesen vorantreiben und bereichern, auf der Strecke? Gibt es einen Ausweg aus dieser Situation?
Ulrich Dirnagl leitet den Bereich Experimentelle Neurologie an der Berliner Charité und ist Gründungsdirektor des Quest Center for Responsible Research am Berlin Institute of Health. Darüber hinaus setzt er sich mit monatlichen Kolumnen kritisch mit den Praktiken wissenschaftlicher Forschung und den akademischen Publikationsbedingungen auseinander (vgl. https://dirnagl.com). Zu seinen eigenen Publikationen zählt neben einer großen Zahl wissenschaftlicher Artikel auch das mit Jochen Müller zusammen verfasste Ich glaub, mich trifft der Schlag. Warum das Gehirn tut, was es tun soll, oder manchmal auch nicht (2016).










![Daniel G. Williams: Paul Robeson and Wales: Towards a Particularist Universalism
In an interview of 1958, Paul Robeson suggested that the fusion of class and ethnic identities in his thought was a result of his experiences in Wales: “[T]oday I feel as much at home in the Welsh valley[s] as I would in my own Negro section in any city in the United States. I just did a broadcast by transatlantic cable to the Welsh valley[s], a few weeks ago, and here was the first understanding that the struggle of the Negro people, or of any people, cannot be by itself – that is, the human struggle…That defines my philosophy. It’s a joining one. We are a working people, a laboring people – the Negro people.” This passage is striking due to the apparent tension between the declaration of ethnic particularity – ‘the Negro people’ – and an internationalist, universalist commitment to ‘the human struggle’. My paper will consider Wales a space where the tensions between universalist internationalism and ethnic particularism in Robeson’s thought were played out, both during his life and posthumously. Daniel G. Williams: Paul Robeson and Wales: Towards a Particularist Universalism](https://i.ytimg.com/vi/pVPwpwBRC_k/mqdefault.jpg)