Uploaded July 2013 | Updated September 2026, 3 days ago
Francois Bayle -- Les Couleurs de la nuit (1982; rev. 2012)
(Die Farben der Nacht)
1. anime 0:00
2. plus anime 4:56
3. couleurs froissees 7:08
4. lune floue 10:06
5. bouffees 12:40
6. nuit noire 13:55
7. nuit fauve 17:54
8. nuit blanche 21:22
9. nuit denouee 27:49
Dies ist ein entführtes Stück, komponiert unter Zeitdruck, dessen Eigensinn sich osmotisch überträgt. Es ist eine Art Meteorit, der aus dem Himmel von Son Vitesse-Luimere (Klang-Licht-Geschwindigkeit) herabgestürzt ist; Fügt es sich nicht chronologisch in die Mitte dieses Zyklus, zu dem es nicht gehört? Seine innere Zeitlichkeit und sein Verlauf sind im übrigen ganz verschieden von den Teilen jenes Zyklus. Was ich über die Klänge sagen kann, ist, dass sie weder zusammenhängend noch zielgerichtet sind; stattdessen antworten sie hier in einer widerspenstigen Klanglichkeit.
Die Ausgangsmatrix, der eine begrenzte Anzahl anderer Materialien hinzugefügt wird, ist das Fragment einer Aufnahme von Streichinstrumenten (der Erinnerung des Komponisten zufolge einige Sekunden eines Konzertes von Corelli). Das Stück klingt wie ein „violinistisches Rauschen" (Bayle) nahezu ununterbrochen von Anfang bis Ende (die Sätze sind miteinander verbunden), in einer Einheit von Farbe und Spannung, die von einem Teil zum nächsten führt. Wir finden uns im Bayle'schen „Dschungel" wieder; wir sind in seine harsche und beengte Welt gar eingetaucht. Der Klang wird zerissen wie eine Materie, die sich beständig spaltett und u kreischen scheint -- sich immer wieder ausdehendend wie in Pulver. Dieses fieberhafte Kochen beziehnungsweise die intensive organische Aktivität erreicht ihtren Häöhepunkt den letzen vier Sätzen in einem eindrucksvollen dramatischen Verlauf aus sich gegenseitig überbietenden Momenten und Ergebungen.
Das Klangmaterial -- dicht und verschlungen -- ist gerichtet, bewegt nach dem Prinzip eines kontinuierlichen Zustroms. Der Eindruck „sprudenlder Kräfte" wird von der Härrte des Gesamtklangs (als Folge von technischen Eigenheiten einiger Geräte der damaligen Zeit, allen voran die 8-Bit Auflösung) verstärkt. So tröge das Gefühl, wie unter Wasser gefangen zu sein, u der bedrückenden Atmosphäre bei, die das Werk durchzieht. Doch kommt der Einfluss dieser schrecklichen Nacht erst nach den drei verketteten Andantes zu Vorschein, die sozusagen das glühende Herz des ersten Werkdrittels bilden, sinnlich und ruhig, bevor wir dem Tumult ausgesetzt werden. (R. Renouard Lariviere)
Francois Bayle -- Les Couleurs de la nuit (1982; rev. 2012)
(Die Farben der Nacht)
1. anime 0:00
2. plus anime 4:56
3. couleurs froissees 7:08
4. lune floue 10:06
5. bouffees 12:40
6. nuit noire 13:55
7. nuit fauve 17:54
8. nuit blanche 21:22
9. nuit denouee 27:49
Dies ist ein entführtes Stück, komponiert unter Zeitdruck, dessen Eigensinn sich osmotisch überträgt. Es ist eine Art Meteorit, der aus dem Himmel von Son Vitesse-Luimere (Klang-Licht-Geschwindigkeit) herabgestürzt ist; Fügt es sich nicht chronologisch in die Mitte dieses Zyklus, zu dem es nicht gehört? Seine innere Zeitlichkeit und sein Verlauf sind im übrigen ganz verschieden von den Teilen jenes Zyklus. Was ich über die Klänge sagen kann, ist, dass sie weder zusammenhängend noch zielgerichtet sind; stattdessen antworten sie hier in einer widerspenstigen Klanglichkeit.
Die Ausgangsmatrix, der eine begrenzte Anzahl anderer Materialien hinzugefügt wird, ist das Fragment einer Aufnahme von Streichinstrumenten (der Erinnerung des Komponisten zufolge einige Sekunden eines Konzertes von Corelli). Das Stück klingt wie ein „violinistisches Rauschen" (Bayle) nahezu ununterbrochen von Anfang bis Ende (die Sätze sind miteinander verbunden), in einer Einheit von Farbe und Spannung, die von einem Teil zum nächsten führt. Wir finden uns im Bayle'schen „Dschungel" wieder; wir sind in seine harsche und beengte Welt gar eingetaucht. Der Klang wird zerissen wie eine Materie, die sich beständig spaltett und u kreischen scheint -- sich immer wieder ausdehendend wie in Pulver. Dieses fieberhafte Kochen beziehnungsweise die intensive organische Aktivität erreicht ihtren Häöhepunkt den letzen vier Sätzen in einem eindrucksvollen dramatischen Verlauf aus sich gegenseitig überbietenden Momenten und Ergebungen.
Das Klangmaterial -- dicht und verschlungen -- ist gerichtet, bewegt nach dem Prinzip eines kontinuierlichen Zustroms. Der Eindruck „sprudenlder Kräfte" wird von der Härrte des Gesamtklangs (als Folge von technischen Eigenheiten einiger Geräte der damaligen Zeit, allen voran die 8-Bit Auflösung) verstärkt. So tröge das Gefühl, wie unter Wasser gefangen zu sein, u der bedrückenden Atmosphäre bei, die das Werk durchzieht. Doch kommt der Einfluss dieser schrecklichen Nacht erst nach den drei verketteten Andantes zu Vorschein, die sozusagen das glühende Herz des ersten Werkdrittels bilden, sinnlich und ruhig, bevor wir dem Tumult ausgesetzt werden. (R. Renouard Lariviere)


![WDR3 Studio Neue Musik: Morton Feldman
WDR 3 open: Studio Neue Musik - 17.05.2015: Feldman piano(s) [1]
Erster Teil der Gesamtaufnahme der Werke für drei bis zehn Hände von Morton Feldman, die von einem erlauchten Kreis Kölner Pianisten in Zusammenarbeit mit dem New Yorker CD Label Mode Records eingespielt wurden.
Morton Feldman
Extensions 4 for 3 pianos (1953)
Piece for Two Pianists (1958)
Five Pianos (1972) für fünf Klaviere
Peter Degenhard, Friedrich Jäcker, John Mc Alpine, Jovita Zähl, Philipp Kronbichler – Klavier
Moderation: Bernd Künzig
Redaktion: Harry Vogt
WDR 3 open: Studio Neue Musik - 24.05.2015: Feldman piano(s) [2]
Die Mehrzahl seiner - meist kurzen – Klavierstücke schrieb Morton Feldman in den 1950er Jahren, zum eigenen Gebrauch, um sie – mit befreundeten Kollegen wie John Cage, Christian Wolff oder David Tudor – aufzuführen.
Morton Feldman
Projection 3 for 2 pianos (1951)
Piano Three Hands (1957)
Two Pieces for three pianos (1966)
Piece for 4 pianos (1957)
Peter Degenhard, Friedrich Jäcker, John Mc Alpine, Jovita Zähl, Philipp Kronbichler – Klavier
Moderation: Bernd Künzig
Redaktion: Harry Vogt
WDR 3 open: Studio Neue Musik - 31.05.2015: Feldman piano(s) [3]
Teil 3 der multi piano music von Morton Feldman.
Aus dem Rahmen fällt ein Stück, das Ende der 50er Jahre als Musik zu der Choreographie Summerspace von Merce Cunningham entstanden ist. Feldman benannte seine Partitur seinerzeit Ixion - nach einer Figur der griechischen Mythologie, die wegen ihrer Gräueltaten einst von Zeus dazu verurteilt wurde, auf ein Feuerrad gebunden in ewiger Umdrehung am Himmel zu kreisen. Die Partitur zu Ixion stellt einen Sonderfall in Feldmans Oeuvre dar. Es ist die einzige graphisch notierte Partitur, die den Interpreten allerhand Freiheiten bzw. Entscheidungen lässt. Wie groß der Spielraum ist, wie unterschiedlich diese Musik klingen kann, zeigen Ausschnitte aus älteren Einspielungen, für Klavier wie auch in der alternativen Fassung für Orchester.
Morton Feldman
Intermission 6, for 1 or 2 pianos (1953)
Vertical Thoughts 1, for 2 pianos (1963)
Ixion, for 2 pianos (1958/1960)
Jovita Zähl und Philipp Kronbichler – Klavier
Moderation: Barbara Eckle
Redaktion: Harry Vogt
WDR 3 open: Studio Neue Musik - 07.06.2014: Feldman piano(s) [4]
Je mehr Konzertfügel desto größer der Spaß. Meinte George Antheil, der seinerzeit für sein Ballet mécanique ein veritables Orchester aus Flügeln, Player Pianos und Schlaginstrumenten auf die Bühne brachte.
Morton Feldman
Two Pianos (1957) für 2 Klaviere
Morton Feldman
Piano Four Hands (1958) für Klavier zu vier Händen
Morton Feldman
Pianos and Voices (1972) für 5 Soprane und 5 Klaviere
Peter Degenhard, Friedrich Jäcker, John Mc Alpine, Jovita Zähl, Philipp Kronbichler - Klavier , Claudia Boettcher, Claudia Lawong, Nicole Ferrein, Sylvia Koke, Stefanie Kunschke - Stimme
Moderation: Barbara Eckle
Redaktion: Harry Vogt WDR3 Studio Neue Musik: Morton Feldman](https://i.ytimg.com/vi/mEHWcShF1w8/mqdefault.jpg)



![Kluster - Eruption [excerpt] (1971)
Eruption is the third and final full-length album by German experimental music trio Kluster. It is also the only live recording issued by Kluster.
Eruption was recorded in 1971 at the last concert performed by Kluster and was recorded by Klaus Freudigmann. Eruption was released with what, according to Conrad Schnitzler, was an incorrect title Kluster und Eruption in 1971 as a private pressing. Only 200 copies of the original LP were pressed and sold. It was reissued as a Conrad Schnitzler solo album under the title Schwarz (literally Black), though the contributions by Hans-Joachim Roedelius and Dieter Moebius were credited. The album was not released under its proper title, Eruption, until the reissue on CD by German label Marginal Talent in 1997. Conrad Schnitzler also reissued Eruption on CD on his Plate Lunch label.
Eruption is widely considered to be the most listenable Kluster release. It is the only release without spoken religious text. In places the style also begins to resemble the electronic sound heard on early albums by Cluster, the successor to Kluster which came into being after Schnitzlers departure. Each side consists of one long, instrumental, improvisational jam. John Bush, writing the review for Allmusic, describes the music in part as having: ...forbidding violin lines, heavily distorted organ, and an assortment of tape effects leading the way for several minimalist guitar workouts.
Video created with Audacity, Sonic Visualizer and vokoscreen on an openSUSE 13.1 Linux System. Kluster - Eruption [excerpt] (1971)](https://i.ytimg.com/vi/nJOMFUoKS1E/mqdefault.jpg)



