Uploaded April 2012 | Updated September 2026, 1 week ago
WDR3 -- Studio elektronische Musik
François Bayle -- univers nerveux (2006)
Karlheinz Stockhausen in memoriam
(22.21 Min.)
Stereoversion des oktophonen Originals
0:00 -- Bayle Interview; Beginn der Komposition bei 28:20
Mit Reinhold Friedl
François Bayle war lange Jahre Direktor der GRM, der Groupe de Recherche Musicale am Französischen Rundfunk in Paris, und kann auf ein umfangreiches OEuvre von Tonbandstücken verweisen. Bayles 22-minütiges Stück univers nerveux entstand 2005 und zeichnet sich durch seine ungewöhnliche klangliche Intensität und Dichte aus. Der Komponist schildert, wie er hier ein musikalisches Feuer entzünden möchte, Energien freisetzt, Texturen kombiniert und Massenphänomene dirigiert. Hier lernen wir einen François Bayle kennen, der nicht politisch ein Studio oder dessen Ideologien vertritt, sondern schildert, woran Pierre Schaeffers Theorie krankte, und dass der Begriff Klangobjekt für ihn nur historische Bedeutung hat. Und sein noch nicht auf Tonträger veröffentlichtes Werk univers nerveux erklärt, das auch in ganzer Länge zu hören sein wird: der Mensch in Form des verfremdeten Klangs der Stimme des Komponisten, konfrontiert mit dem beunruhigenden Kosmos.
„Ein flimmerndes Gewebe unter Hochspannung. Kosmischer Raum oder einfaches Spinnengewebe (das assoziierte geistige Bild ist zweitrangig), ein gespanntes Netz von Kraftlinien in jedem Fall. Antenne zum Einfangen schwacher Signale. Zwischen den Parasiten, die in Schwärmen eintreffen, unter Druck, eine unebene, zögerliche Form in der Region der Subkontra-Oktave. (Kann man etwas derart ungeformtes überhaupt eine Form nennen?) Dennoch ist es wohl sie, die die „Figur" entlang des gesamten Stückes erzeugt, als Frage (ohne Antwort). Und in einem Moment wird es scheinen, als sei der „Empfang" besser, das Sein deutlicher, als sei es näher (wirkt es nicht, als ob eine Stimme sich manifestierte mit mehreren Reprisen!) Diese Illusion, die ein wenig fortdauert, reißt auf, versinkt in der Materie geräuschhafter Vibrationen. Bild oder Luftspiegelung einer Figur, die aus dem Fieber der reinen Bewegung geboren und in dieser aufgelöst ist."
Francois Bayle -- aus dem französischen übersetzt.
WDR3 -- Studio elektronische Musik
François Bayle -- univers nerveux (2006)
Karlheinz Stockhausen in memoriam
(22.21 Min.)
Stereoversion des oktophonen Originals
0:00 -- Bayle Interview; Beginn der Komposition bei 28:20
Mit Reinhold Friedl
François Bayle war lange Jahre Direktor der GRM, der Groupe de Recherche Musicale am Französischen Rundfunk in Paris, und kann auf ein umfangreiches OEuvre von Tonbandstücken verweisen. Bayles 22-minütiges Stück univers nerveux entstand 2005 und zeichnet sich durch seine ungewöhnliche klangliche Intensität und Dichte aus. Der Komponist schildert, wie er hier ein musikalisches Feuer entzünden möchte, Energien freisetzt, Texturen kombiniert und Massenphänomene dirigiert. Hier lernen wir einen François Bayle kennen, der nicht politisch ein Studio oder dessen Ideologien vertritt, sondern schildert, woran Pierre Schaeffers Theorie krankte, und dass der Begriff Klangobjekt für ihn nur historische Bedeutung hat. Und sein noch nicht auf Tonträger veröffentlichtes Werk univers nerveux erklärt, das auch in ganzer Länge zu hören sein wird: der Mensch in Form des verfremdeten Klangs der Stimme des Komponisten, konfrontiert mit dem beunruhigenden Kosmos.
„Ein flimmerndes Gewebe unter Hochspannung. Kosmischer Raum oder einfaches Spinnengewebe (das assoziierte geistige Bild ist zweitrangig), ein gespanntes Netz von Kraftlinien in jedem Fall. Antenne zum Einfangen schwacher Signale. Zwischen den Parasiten, die in Schwärmen eintreffen, unter Druck, eine unebene, zögerliche Form in der Region der Subkontra-Oktave. (Kann man etwas derart ungeformtes überhaupt eine Form nennen?) Dennoch ist es wohl sie, die die „Figur" entlang des gesamten Stückes erzeugt, als Frage (ohne Antwort). Und in einem Moment wird es scheinen, als sei der „Empfang" besser, das Sein deutlicher, als sei es näher (wirkt es nicht, als ob eine Stimme sich manifestierte mit mehreren Reprisen!) Diese Illusion, die ein wenig fortdauert, reißt auf, versinkt in der Materie geräuschhafter Vibrationen. Bild oder Luftspiegelung einer Figur, die aus dem Fieber der reinen Bewegung geboren und in dieser aufgelöst ist."
Francois Bayle -- aus dem französischen übersetzt.

![WDR3 Studio Elektronische Musik: EMS Synthi A
WDR 3 open: Studio Elektronische Musik - 26.11.2014: techné [62]: EMS Synthi-A
Als die Firma EMS 1971 den Synthi A vorstellte, kam das einer Sensation gleich. Damals traten Pink Floyd und Tangerine Dream mit dieser Maschine auf. Heute ist der Kultsynthesizer vor allem ein Instrument der Avantgarde.
Zwar war der Londoner Synthesizer-Produzent keineswegs der erste Hersteller, der ein portables Gerät auf den Markt brachte. Aber zum einen war der Synthi A mit seinem Aktenkofferdesign außerordentlich handlich. Zum anderen hatte der EMS-Entwickler Peter Zinovieff hochwertige und flexible Module in den Synthesizer gebaut, sodass das Gerät viele Möglichkeiten des elektronischen Studios in Heimarbeit möglich machte. Damals traten Pink Floyd und Tangerine Dream mit dieser Maschine auf. Heute ist der Kultsynthesizer vor allem ein Instrument der Avantgarde, der von Carsten Nicolai, Merzbow und Thomas Lehn gespielt wird. Studio elektronische Musik stellt das Instrument vor.
Mit Musik und Klangillustrationen von Thomas Lehn, Masami Akita, Cor Fuhler und Yoshio Machida.
Moderation: Björn Gottstein
Redaktion: Frank Hilberg WDR3 Studio Elektronische Musik: EMS Synthi A](https://i.ytimg.com/vi/6HQCRsKSUUw/mqdefault.jpg)








