Uploaded October 2017 | Updated September 2026, 5 days ago
Anton Webern - Symphonie op. 21 für Kammerensemble: II. Thema, Variationen I-VII (1927/1928)
Die zweisätzige Symphonie – ein skizzierter dritter Satz wurde wie bei den Opera 20 und 22 verworfen – entstand 1927/28. Auch sie verwendet (wie es schon der Titel nahelegt) klassische Formmodelle. Der erste Satz ist nach dem Vorbild eines Sonatensatzes gestaltet; wie in Werken der Frühklassik wird die Wiederholung von Exposition wie von Durchführung und Reprise vorgeschrieben. Der zweite Satz bringt sieben Variationen mit Coda über den Krebs der Grundreihe. Wie schon im Streichtrio op. 20 ist auch hier die Sonatenform des ersten Satzes für den Hörer nicht nachvollziehbar. Auf die von zwei um eine Mittelachse gespiegelten Doppelkanons in sonorer Lage bestimmte Exposition folgt ein aufgelöster Durchführungsteil und eine bis zur Unkenntlichkeit variierte Reprise; die kompakten, tiefen Klänge des Beginns werden in zarte und zerflatternde der hohen Register übergeführt. Jede Variation des Schluss-Satzes ist ab ihrer Mitte genau rückläufig, wie horizontale und vertikale Symmetrien für dieses Werk – für Weberns Spätwerk überhaupt – von größter Bedeutung sind. Sie tragen wesentlich zum statischen Eindruck dieses Werkes bei. Webern hat hier auch erstmals eine besonders konstruierte Reihe verwendet: Die zweite Hälfte ist gleich dem (um einen Tritonus transponierten) Krebs der ersten. So korrespondiert hier in typischer Weise die symmetrische Großstruktur mit der Bildung der kleinsten Bauelemente, die Reihenform wird zum bestimmten Prinzip, zum Keim der Großform. (Manfred Angerer)
video created with Sonic Visualizer, vokoscreen and OpenShot on a Debian 8 Jessie Linux System.
Anton Webern - Symphonie op. 21 für Kammerensemble: II. Thema, Variationen I-VII (1927/1928)
Die zweisätzige Symphonie – ein skizzierter dritter Satz wurde wie bei den Opera 20 und 22 verworfen – entstand 1927/28. Auch sie verwendet (wie es schon der Titel nahelegt) klassische Formmodelle. Der erste Satz ist nach dem Vorbild eines Sonatensatzes gestaltet; wie in Werken der Frühklassik wird die Wiederholung von Exposition wie von Durchführung und Reprise vorgeschrieben. Der zweite Satz bringt sieben Variationen mit Coda über den Krebs der Grundreihe. Wie schon im Streichtrio op. 20 ist auch hier die Sonatenform des ersten Satzes für den Hörer nicht nachvollziehbar. Auf die von zwei um eine Mittelachse gespiegelten Doppelkanons in sonorer Lage bestimmte Exposition folgt ein aufgelöster Durchführungsteil und eine bis zur Unkenntlichkeit variierte Reprise; die kompakten, tiefen Klänge des Beginns werden in zarte und zerflatternde der hohen Register übergeführt. Jede Variation des Schluss-Satzes ist ab ihrer Mitte genau rückläufig, wie horizontale und vertikale Symmetrien für dieses Werk – für Weberns Spätwerk überhaupt – von größter Bedeutung sind. Sie tragen wesentlich zum statischen Eindruck dieses Werkes bei. Webern hat hier auch erstmals eine besonders konstruierte Reihe verwendet: Die zweite Hälfte ist gleich dem (um einen Tritonus transponierten) Krebs der ersten. So korrespondiert hier in typischer Weise die symmetrische Großstruktur mit der Bildung der kleinsten Bauelemente, die Reihenform wird zum bestimmten Prinzip, zum Keim der Großform. (Manfred Angerer)
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![François Bayle - Rien nest réel 1...sensations [2009-2010]
François Bayle - Rien nest réel [2009-2010]
(Nichts ist real, nothing is real)
Part 1: 0:00
Part 2: 3:17
Part 3: 5:10
Es existiert und es existiert nicht. Es ist real und abstrakt. Es ist als Objekt Tei der Zeit und zugleich außerhalb dieser. Hörbar und unhörbar. Simultan. Worauf aber bezieht sich dieser Knoten von Paradoxien? Auf das musikalische Werk. (R. Ingarden)
Rien nest réel 1...sensations (Empfindungen, sentinence)
Bereits in der Empfindung gibt es Erinnerung. Sis ist keineswegs nur reine Gegenwart, sondern vielmehr eine geteilte: Ein Pfeil ist der Vergangenheit zugewandt (die an die Oberfläche zurückkehrt), ein anderer bewegt sich in Richtung Zukunft (die flüchtig erwähnt wird):
Anrufung / Abwarten / Vorahnung
So entsteht im Augenblick einer Empfindung ein gleichzeitiges Geflecht aus unüberschaubaren Emotionen und Gegenwarten. Unter meinen Klangtupfern ist vielleicht dieses glühend-stickige Gebilde zu erkennen, welches gewissermaßen aus der Kreuzung ihrer Zeichnungen strömt, aus ihrer tonalen Körnung mit schroffen Konturen.
Rien nest réel 2...perceptions (Wahrnehmungen, perception)
Was diese Wahrnehmung anbelangt, so ist sie eine andere Geschichte, die eines Werdens. Die des Pinsels, der herumspaziert (der Pinsel meines schwebenden Begehrens); ein Kommen und Gehen, das verweilt, von hier nach dort springt, sich mit dem Davor in Form von Erinnerung und dem noch im Werden begriffenen Danach verknüpft.
Diese Gedanken kamen mir während der Realisation der zehn Kompositionsteile in den Sinn. Jeder Zuhörer wird - gemäß seinen Neigungen - einem eigenem Weg folgen. Ganz nach der Laune seiner Empfindungen, seines Hörinteresses?
Bei der Diskussion von Roman Ingardens Text Was ist ein musikalisches Werk? zitiert Duika Smoje folgenden Passus, der unmittelbar meine eigene Erfahrung berührt:
Weil die Materie auf der Ebene des Atoms in der Irrealität bleibt, im Zustand der angehaltenen Belebtheit, bis ein Beobachter eingreift ist nichts real, wenn es nicht beobachtet wird. (J. Gribbin 1984)
François Bayle (ins Deutsche übersetzt)
Video created with Sonic Visualizer, Vokoscreen, Kdenlive and Audacity on an OpenSUSE 12.3 Linux System. François Bayle - Rien nest réel 1...sensations [2009-2010]](https://i.ytimg.com/vi/ZaGzZfoYv-I/mqdefault.jpg)






