Uploaded October 2013 | Updated September 2026, 1 day ago
Für 8 Kanal Tonband 23'29''.
Das Werk Inferno der Stille ist aufgrund eines Auftrages des Leiters des elektronischen Studios der TU Berlin, Folkmar Hein, am Zentrum für Kunst und Medientechnologie entstanden. Es stellt mit seiner 8 kanaligen Variante, 48 Khz Sampling Rate und 24 - bit Auflösung das technisch aufwändigste Werk meines Schaffens dar. Die Klänge wurden direkt in ein 8 kanaliges Format synthetisiert, sodass sich schon kleinste Klangpartikel in einer differenzierten räumlichen Auflösung präsentieren können.
Bei stark granulierten bzw. zerstückelten Klangstrukturen hat die direkte Synthese in ein 8 - Kanal Format einen Raumeffekt zur Folge, der durch die unterschiedliche Positionierung der Klangpartikel entsteht, die als multiple Reflexionen der fiktiven Raumwand wirken.
Hierbei wird jedes Grain als einzelnes Event mit allen Parametern wie Tonhöhe, Dauer, Lautstärke und Envelope bestimmt. Neben den genannten Parametern wird ebenfalls die Position jedes einzelnen Klangpartikels im Raum definiert. Da es sich um eine große Anzahl von Partikeln handelt, wird der algorithmisch definierte Kontext der Partikelposition im Raum bedeutend. Eine Aneinanderreihung der Partikel ergibt z.B. einen Kreis, eine Verteilung in einem bestimmten Bereich eine große oder kleine Partikelwolke, die Partikel können sogar mehrere kleine Figuren in den Raum zeichnen.
Die benutzten Klangpartikel entstammen dem Introitus von Mozart´s Requiem und einigen wenigen mit physikalischen Modellen entwickelten Metallklängen (benutzte Software: Genesis, entwickelt von ACROE-CLIPS, Grenoble), die mit rekursiven Methoden zu komplexeren Strukturen verdichtet sind. Dabei werden Klangpartikel mit einem bestimmten Algorithmus in Tonhöhe, Dauer und Zeitstruktur angeordnet und in ein Soundfile geschrieben. Der resultierende File dient im nächsten Arbeitsgang als Quelle für den vorher bentutzen Algorithmus, nur dass die Klangquelle dieses Prozesses das Ergebnis des letzten Arbeitschrittes darstellt. Hieraus entstehen Klangstrukturen mit stark selbstähnlichen Gestalten, aus der sich eine entweder verdichtende oder ausdünnende Kanonstruktur entwickelt. Der Kanon wird sehr deutlich, wenn der benutzte Klangpartikel lang genug ist und dadurch vom Hörer identifiziert werden kann. Es entstehen mehr oder weniger dichte harmonische Felder, die in eine Interaktion mit dem Sample selber treten. Gestalten erklingen, die eindeutig dem Requiem entstammen, sich aber in völlig anderem Kontext befinden.
Die erneuernde und verwandelnde Wirkung der benutzten Algorithmen auf die Klanggestalten Mozarts entwickelte sich im Verlauf des Komponierens sehr beeindruckend, da die Gestalten vexierend zwischen dem Requiem und dem neuen algorithmischen Kontext hin- und hergehört werden können. Das Fragmentieren der Klangpartikel glich dabei einem Ausleuchten oder Vergrössern, das die Wirkung des Introitus in Gedanken einerseits verstärkte und andererseits erneuerte. Das Material begann eine eigene Aura zu entwickeln und aus dem Requiem hinauszuwachsen.
Diese Arbeit mit dem Requiem würde ich mit der Tätigkeit eines Bildhauers vergleichen. Der Stein mit seinen Materialeigenschaften, Einschlüssen und seiner Grundform entspricht dem Introitus, während es meine Arbeit war, in einer Art Dialog zwischen dem Material und den eigenen Ideen, eine neue Gestalt aus dem Vorhandenen zu schaffen.
(Ludger Brümmer)
Für 8 Kanal Tonband 23'29''.
Das Werk Inferno der Stille ist aufgrund eines Auftrages des Leiters des elektronischen Studios der TU Berlin, Folkmar Hein, am Zentrum für Kunst und Medientechnologie entstanden. Es stellt mit seiner 8 kanaligen Variante, 48 Khz Sampling Rate und 24 - bit Auflösung das technisch aufwändigste Werk meines Schaffens dar. Die Klänge wurden direkt in ein 8 kanaliges Format synthetisiert, sodass sich schon kleinste Klangpartikel in einer differenzierten räumlichen Auflösung präsentieren können.
Bei stark granulierten bzw. zerstückelten Klangstrukturen hat die direkte Synthese in ein 8 - Kanal Format einen Raumeffekt zur Folge, der durch die unterschiedliche Positionierung der Klangpartikel entsteht, die als multiple Reflexionen der fiktiven Raumwand wirken.
Hierbei wird jedes Grain als einzelnes Event mit allen Parametern wie Tonhöhe, Dauer, Lautstärke und Envelope bestimmt. Neben den genannten Parametern wird ebenfalls die Position jedes einzelnen Klangpartikels im Raum definiert. Da es sich um eine große Anzahl von Partikeln handelt, wird der algorithmisch definierte Kontext der Partikelposition im Raum bedeutend. Eine Aneinanderreihung der Partikel ergibt z.B. einen Kreis, eine Verteilung in einem bestimmten Bereich eine große oder kleine Partikelwolke, die Partikel können sogar mehrere kleine Figuren in den Raum zeichnen.
Die benutzten Klangpartikel entstammen dem Introitus von Mozart´s Requiem und einigen wenigen mit physikalischen Modellen entwickelten Metallklängen (benutzte Software: Genesis, entwickelt von ACROE-CLIPS, Grenoble), die mit rekursiven Methoden zu komplexeren Strukturen verdichtet sind. Dabei werden Klangpartikel mit einem bestimmten Algorithmus in Tonhöhe, Dauer und Zeitstruktur angeordnet und in ein Soundfile geschrieben. Der resultierende File dient im nächsten Arbeitsgang als Quelle für den vorher bentutzen Algorithmus, nur dass die Klangquelle dieses Prozesses das Ergebnis des letzten Arbeitschrittes darstellt. Hieraus entstehen Klangstrukturen mit stark selbstähnlichen Gestalten, aus der sich eine entweder verdichtende oder ausdünnende Kanonstruktur entwickelt. Der Kanon wird sehr deutlich, wenn der benutzte Klangpartikel lang genug ist und dadurch vom Hörer identifiziert werden kann. Es entstehen mehr oder weniger dichte harmonische Felder, die in eine Interaktion mit dem Sample selber treten. Gestalten erklingen, die eindeutig dem Requiem entstammen, sich aber in völlig anderem Kontext befinden.
Die erneuernde und verwandelnde Wirkung der benutzten Algorithmen auf die Klanggestalten Mozarts entwickelte sich im Verlauf des Komponierens sehr beeindruckend, da die Gestalten vexierend zwischen dem Requiem und dem neuen algorithmischen Kontext hin- und hergehört werden können. Das Fragmentieren der Klangpartikel glich dabei einem Ausleuchten oder Vergrössern, das die Wirkung des Introitus in Gedanken einerseits verstärkte und andererseits erneuerte. Das Material begann eine eigene Aura zu entwickeln und aus dem Requiem hinauszuwachsen.
Diese Arbeit mit dem Requiem würde ich mit der Tätigkeit eines Bildhauers vergleichen. Der Stein mit seinen Materialeigenschaften, Einschlüssen und seiner Grundform entspricht dem Introitus, während es meine Arbeit war, in einer Art Dialog zwischen dem Material und den eigenen Ideen, eine neue Gestalt aus dem Vorhandenen zu schaffen.
(Ludger Brümmer)
![François Bayle - Rien nest réel 1...sensations [2009-2010]
François Bayle - Rien nest réel [2009-2010]
(Nichts ist real, nothing is real)
Part 1: 0:00
Part 2: 3:17
Part 3: 5:10
Es existiert und es existiert nicht. Es ist real und abstrakt. Es ist als Objekt Tei der Zeit und zugleich außerhalb dieser. Hörbar und unhörbar. Simultan. Worauf aber bezieht sich dieser Knoten von Paradoxien? Auf das musikalische Werk. (R. Ingarden)
Rien nest réel 1...sensations (Empfindungen, sentinence)
Bereits in der Empfindung gibt es Erinnerung. Sis ist keineswegs nur reine Gegenwart, sondern vielmehr eine geteilte: Ein Pfeil ist der Vergangenheit zugewandt (die an die Oberfläche zurückkehrt), ein anderer bewegt sich in Richtung Zukunft (die flüchtig erwähnt wird):
Anrufung / Abwarten / Vorahnung
So entsteht im Augenblick einer Empfindung ein gleichzeitiges Geflecht aus unüberschaubaren Emotionen und Gegenwarten. Unter meinen Klangtupfern ist vielleicht dieses glühend-stickige Gebilde zu erkennen, welches gewissermaßen aus der Kreuzung ihrer Zeichnungen strömt, aus ihrer tonalen Körnung mit schroffen Konturen.
Rien nest réel 2...perceptions (Wahrnehmungen, perception)
Was diese Wahrnehmung anbelangt, so ist sie eine andere Geschichte, die eines Werdens. Die des Pinsels, der herumspaziert (der Pinsel meines schwebenden Begehrens); ein Kommen und Gehen, das verweilt, von hier nach dort springt, sich mit dem Davor in Form von Erinnerung und dem noch im Werden begriffenen Danach verknüpft.
Diese Gedanken kamen mir während der Realisation der zehn Kompositionsteile in den Sinn. Jeder Zuhörer wird - gemäß seinen Neigungen - einem eigenem Weg folgen. Ganz nach der Laune seiner Empfindungen, seines Hörinteresses?
Bei der Diskussion von Roman Ingardens Text Was ist ein musikalisches Werk? zitiert Duika Smoje folgenden Passus, der unmittelbar meine eigene Erfahrung berührt:
Weil die Materie auf der Ebene des Atoms in der Irrealität bleibt, im Zustand der angehaltenen Belebtheit, bis ein Beobachter eingreift ist nichts real, wenn es nicht beobachtet wird. (J. Gribbin 1984)
François Bayle (ins Deutsche übersetzt)
Video created with Sonic Visualizer, Vokoscreen, Kdenlive and Audacity on an OpenSUSE 12.3 Linux System. François Bayle - Rien nest réel 1...sensations [2009-2010]](https://i.ytimg.com/vi/ZaGzZfoYv-I/mqdefault.jpg)








![WDR3 Studio Elektronische Musik: Flo Menezes
WDR 3 open: Studio Elektronische Musik - 04.11.2015: point of view [60]: Flo Menezes
Flo Menezes unterrichtet Komposition und elektroakustische Musik an der Staatlichen Universität in São Paolo. In Point of View stellt er einige zentrale Werke der Sprachkomposition vor, und erörtert vor diesem Hintergrund die aus eigener Feder entstandenen Stücke.
Der 1962 São Paulo geborene Komponist Flo Menezes studierte in den 1980er Jahren am Studio für elektronische Musik an der Musikhochschule in Köln bei Hans Ulrich Humpert und Anfang der 90er Jahre am Centro di Sonologia Computazionale (CSC) in Padua. Nach der Rückkehr in seine Heimat 1994 gründete Menezes an der staatlichen Universität seiner Heimatstadt São Paulo das Studio PANaroma de Música Eletroacústica da Unesp, das heute zu den wichtigsten Institutionen elektronischer Musik in Lateinamerika zählt.
Mit Ausschnitten aus:
Flo Menezes
MetaScriptio (2015) Elektronische Komposition
Luciano Berio
Visage (1961) Elektronische Komposition
Herbert Eimert
Epitaph für Aikichi Kuboyama (1960-62) Elektronische Komposition
Karlheinz Stockhausen
Kontakte (1958-60) Elektronische Komposition
Jonathan Harvey
Mortuos Plango, Vivos Voco (1980) Elektronische Komposition
Philippe Manoury
Jupiter (1987) Elektronische Komposition
Henri Pousseur
Apostrophe et six Réflexions pour piano (1964-66)
Flo Menezes – Klavier
Josquin Desprez
Mille Regretz Chanson 16. Jahrhundert
Flo Menezes
Contrafacta, (2013) für Bläserquintett u. Live-Elektronik
Moderation: Hubert Steins
Redaktion: Frank Hilberg WDR3 Studio Elektronische Musik: Flo Menezes](https://i.ytimg.com/vi/_uHN-9Q_1uQ/mqdefault.jpg)
![Kraftwerk - Strom / Spule 4 / Wellenlänge (1972)
0:00 Strom
3:51 Spule 4
9:15 Wellenlänge
Kraftwerk 2 was entirely written and performed by founding Kraftwerk members Ralf Hütter and Florian Schneider in late 1971, with the sessions produced by the influential Konrad Conny Plank.
Nobody wanted to play with us because we did all kinds of strange things... feedbacks and overtones and sounds and rhythms. No drummer wanted to work with us because we had these electronic gadgets.
—Ralf Hütter
Perhaps the least characteristic album of their output, it features little use of synthesizers, the instrumentation being largely electric guitar, bass guitar, flute and violin. The electronics on display generally belong to the realm of 1960s tape-based music more usually produced in academia, with heavy use of tape echo (for example the massed looping flute layers of Strom), and reverse and altered speed tape effects. Overall, the sound has a rather muted, twilit, dusky feel, similar in feel to Megaherz on Kraftwerks debut album, as Hütter and Schneider explored the possibilities for electronic and auto-mechanical enhancement of their music.[citation needed]
The lengthy, almost side-long Klingklang which opens the album is notable for its use of a preset organ beatbox to provide the percussion track. It opens with a clangourous Stockhausen-like metallic percussion montage and gives rise to the unmistakable Kraftwerk sound. Later, the song title also became the name of the bands own self-built studio, in Düsseldorf. Atem is a recording of breathing, while Harmonika features a tape-manipulated mouth organ.
The cover design, credited to Ralf and Florian, further hints at a deliberate association with conceptual art, being a virtual repeat of the first albums pop art design except printed this time in fluorescent green and with slight modification by the number 2.
It was eventually released in the UK, combined with the first Kraftwerk album as a double LP package, by the Vertigo label in March 1973, more than a year after its German release in January 1972.
No material from this album has been performed in the bands live set since the Autobahn tour of 1975, and to date, the album has not been officially reissued on compact disc. The band is seemingly reluctant to consider the release as a part of their canon; in later interviews, Schneider described the first three Kraftwerk albums as archaeology. However, pirated CDs of the album have been widely available since the mid-1990s on the Germanofon and Crown labels. Kraftwerk has hinted that the album may finally see a re-mastered CD release after their Der Katalog box set.
(https://en.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_2)
Video created with Sonic Visualizer, Vokoscreen, Kdenlive and Audacity on an OpenSUSE 12.3 Linux System. Kraftwerk - Strom / Spule 4 / Wellenlänge (1972)](https://i.ytimg.com/vi/ad2A2Fx0Nyc/mqdefault.jpg)