Uploaded November 2015 | Updated September 2026, 1 day ago
Pentacon Six with electronic shutter speed control
The shutter of the Praktisix was developed at Kamerawerke Niedersedlitz in the mid 1950s. It was one of the first shutters where the speeds could be set with a single, non-rotating dial. But of course everything was working fully mechanicaly.
Like many mechanically controlled focal plane shutters of medium format cameras, the Praktisix shutter is not always absolutely accurate, especially at low temperatures. This is because the escapement which forms the shutter speeds depends a lot on spring tensions and frictions, that tend to vary under changing conditions. I was looking for a way to reduce inacurracies deriving from the mechanical escapement by controlling the shutter electromagnetically. The shutter times are now formed by a highly constantly working timer circuit. This video shows the first step completed.
Pentacon Six mit elektronischer Verschlußzeitenbildung
Die Konstruktion des Verschlusses der Praktisix/Pentacon Six geht zurück auf die Jahre zwischen 1954 und 1956. Dabei konnte der Chefkonstrukteur Siegfried Böhm bereits umfassend auf die Erfahrungen zurückgreifen, die er mit dem Verschluß der Praktina gesammelt hatte. So findet man auch bei der "Mittelformatversion der Praktina" die automatische Schlitzbildung für die 1/1000 sec. während des Spannvorganges und die automatische Verbreiterung der Schlitzweite beim Verschlußablauf. Letztere gleicht die Beschleunigung der Vorhänge während des Ablaufs aus, da diese ansonsten bei einer gleichbleibenden Schlitzweite zu einer künstlichen Belichtungszeitverkürzung führen würde. Die Grundkonstruktion des Praktisix-Verschlusses war also bereits sehr weit fortgeschritten.
Allerdings sind beim Mittelformat auch die bewegten Massen und die Reibungen deutlich gegenüber dem Kleinbild erhöht. Und weil solch ein rein mechanisch wirkendes Hemmwerk stark von Friktionen und Federspannungen abhängt, ist sowohl die Grundgenauigkeit der Zeitenbildung als auch deren Langzeitkonstanz von vornherein begrenzt. Wie ernüchternd ist es, wenn man eine gerade - bei Zimmertemperatur - justierte Kamera der Kälte aussetzt und anschließend die Zeiten nachmißt.
Um diese fast vollständig vom Hemmwerk herrührenden Ungenauigkeiten der Zeitenbildung zu beseitigen, habe ich hier einmal versucht, den Verschluß elektromagnetisch anzusteuern. Die eigentliche Verschlußzeit wird von einer Schaltung gebildet, die rund um den Schwellwertschaltkreis A302D aufgebaut ist. Da dieser speziell für diese Einsatzfälle entwickelt wurde, arbeitet er praktisch unabhängig von Temperatur- und Speisespannungsschwankungen und damit mit höchster Konstanz. Es brauchen zur Einstellung der Verschlußzeit nur noch Widerstände umgeschaltet werden. Da die Schaltung komplett im Kameraboden untergebracht werden konnte, steht für die Widerstandsumschaltung der gesamte Raum zur Verfügung, wo sich ehedem das mechanische Hemmwerk befand.
Pentacon Six with electronic shutter speed control
The shutter of the Praktisix was developed at Kamerawerke Niedersedlitz in the mid 1950s. It was one of the first shutters where the speeds could be set with a single, non-rotating dial. But of course everything was working fully mechanicaly.
Like many mechanically controlled focal plane shutters of medium format cameras, the Praktisix shutter is not always absolutely accurate, especially at low temperatures. This is because the escapement which forms the shutter speeds depends a lot on spring tensions and frictions, that tend to vary under changing conditions. I was looking for a way to reduce inacurracies deriving from the mechanical escapement by controlling the shutter electromagnetically. The shutter times are now formed by a highly constantly working timer circuit. This video shows the first step completed.
Pentacon Six mit elektronischer Verschlußzeitenbildung
Die Konstruktion des Verschlusses der Praktisix/Pentacon Six geht zurück auf die Jahre zwischen 1954 und 1956. Dabei konnte der Chefkonstrukteur Siegfried Böhm bereits umfassend auf die Erfahrungen zurückgreifen, die er mit dem Verschluß der Praktina gesammelt hatte. So findet man auch bei der "Mittelformatversion der Praktina" die automatische Schlitzbildung für die 1/1000 sec. während des Spannvorganges und die automatische Verbreiterung der Schlitzweite beim Verschlußablauf. Letztere gleicht die Beschleunigung der Vorhänge während des Ablaufs aus, da diese ansonsten bei einer gleichbleibenden Schlitzweite zu einer künstlichen Belichtungszeitverkürzung führen würde. Die Grundkonstruktion des Praktisix-Verschlusses war also bereits sehr weit fortgeschritten.
Allerdings sind beim Mittelformat auch die bewegten Massen und die Reibungen deutlich gegenüber dem Kleinbild erhöht. Und weil solch ein rein mechanisch wirkendes Hemmwerk stark von Friktionen und Federspannungen abhängt, ist sowohl die Grundgenauigkeit der Zeitenbildung als auch deren Langzeitkonstanz von vornherein begrenzt. Wie ernüchternd ist es, wenn man eine gerade - bei Zimmertemperatur - justierte Kamera der Kälte aussetzt und anschließend die Zeiten nachmißt.
Um diese fast vollständig vom Hemmwerk herrührenden Ungenauigkeiten der Zeitenbildung zu beseitigen, habe ich hier einmal versucht, den Verschluß elektromagnetisch anzusteuern. Die eigentliche Verschlußzeit wird von einer Schaltung gebildet, die rund um den Schwellwertschaltkreis A302D aufgebaut ist. Da dieser speziell für diese Einsatzfälle entwickelt wurde, arbeitet er praktisch unabhängig von Temperatur- und Speisespannungsschwankungen und damit mit höchster Konstanz. Es brauchen zur Einstellung der Verschlußzeit nur noch Widerstände umgeschaltet werden. Da die Schaltung komplett im Kameraboden untergebracht werden konnte, steht für die Widerstandsumschaltung der gesamte Raum zur Verfügung, wo sich ehedem das mechanische Hemmwerk befand.










