Uploaded May 2021 | Updated September 2026, 1 day ago
Mittlerweile legendär ist die Langzeitdokumentation um die "Kinder von Golzow". Dieser Fernsehbeitrag über den DEFA-Regisseur Winfried Junge (und seine Frau Barbara) stammt aus einer Zeit, als zwar die Fortsetzung der Reihe bereits sichergestellt, aber die abschließenden Einzelportraits noch nicht fertig abgedreht und erfolgreich im Fernsehen gelaufen waren. Er ist also seinerseits bereits wiederum ein wichtiges Zeitdokument, das ich auf einer alten Videokassette wiederentdeckt habe.
Interessant ist dieser Beitrag zudem, weil hier diese Langzeitdokumentation explizit auch kritisch hinterfragt wird. So entsteht der Eindruck, sie konnte prinzipiell nur deshalb drei Jahrzehnte lang fortgeführt werden, weil die wirklich fundamentalen Fragen in Bezug auf Heranwachsen und Leben in der DDR eben gerade nicht thematisiert wurden. Also keine Darstellung des Lebens der Menschen in der DDR, sondern eine vom SED-Idealbild eines solchen Lebens und von den maximal zulässigen Abweichungen davon. Sehr geärgert habe ich mich über die Aussage von Frau Junge, die DDR Bürger hätten es nicht nötig, sich dafür zu rechtfertigen, in der FDJ oder der Partei gewesen zu sein. Man stelle sich vor, die Generation der Barbara Junge hätte es unkritisch hingenommen, daß es bei den eigenen Eltern Großeltern eben völlig normal gewesen sei, seinerzeit in der HJ oder der NSDAP gewesen zu sein. Der Wert der Golzower Lebenswege könnte für meine und die nachfolgenden Generationen also gar nicht so sehr darin liegen, herauszufinden, wie das Leben in der DDR (wirklich) gewesen ist, sondern vielmehr weshalb sich die in der DDR sozialisierten Menschen nach der Wende so oder so verhalten haben...
Mittlerweile legendär ist die Langzeitdokumentation um die "Kinder von Golzow". Dieser Fernsehbeitrag über den DEFA-Regisseur Winfried Junge (und seine Frau Barbara) stammt aus einer Zeit, als zwar die Fortsetzung der Reihe bereits sichergestellt, aber die abschließenden Einzelportraits noch nicht fertig abgedreht und erfolgreich im Fernsehen gelaufen waren. Er ist also seinerseits bereits wiederum ein wichtiges Zeitdokument, das ich auf einer alten Videokassette wiederentdeckt habe.
Interessant ist dieser Beitrag zudem, weil hier diese Langzeitdokumentation explizit auch kritisch hinterfragt wird. So entsteht der Eindruck, sie konnte prinzipiell nur deshalb drei Jahrzehnte lang fortgeführt werden, weil die wirklich fundamentalen Fragen in Bezug auf Heranwachsen und Leben in der DDR eben gerade nicht thematisiert wurden. Also keine Darstellung des Lebens der Menschen in der DDR, sondern eine vom SED-Idealbild eines solchen Lebens und von den maximal zulässigen Abweichungen davon. Sehr geärgert habe ich mich über die Aussage von Frau Junge, die DDR Bürger hätten es nicht nötig, sich dafür zu rechtfertigen, in der FDJ oder der Partei gewesen zu sein. Man stelle sich vor, die Generation der Barbara Junge hätte es unkritisch hingenommen, daß es bei den eigenen Eltern Großeltern eben völlig normal gewesen sei, seinerzeit in der HJ oder der NSDAP gewesen zu sein. Der Wert der Golzower Lebenswege könnte für meine und die nachfolgenden Generationen also gar nicht so sehr darin liegen, herauszufinden, wie das Leben in der DDR (wirklich) gewesen ist, sondern vielmehr weshalb sich die in der DDR sozialisierten Menschen nach der Wende so oder so verhalten haben...










