Uploaded July 2026 | Updated September 2026, 2 hours ago
Lesung und Gespräch mit Franziska Bomski, Potsdam
Clemens Meyer ist kein Vielschreiber, sondern ein skrupulöser Gegenwartsautor, der sich viel Zeit für seine ästhetisch avancierten Texte lässt. An seinem jüngsten Roman Die Projektoren (2024) hat er mehr als zehn Jahre gearbeitet. Das beindruckende Epos verwebt gleichermaßen verspielt wie eindringlich, realistisch wie fantastisch, die Erzählung der Jugoslawienkriege, von ihren Anfängen bis hin zu ihren Auswirkungen auf das Europa unserer Gegenwart, mit den Schicksalen teils tragischer, teils skurriler Figuren. Nicht zuletzt ist der Montageroman eine Hommage an das Kino als Traumfabrik im besten Sinne und ein Fest der Fiktion: Dr. (Karl) May tritt als weltreisender Visionär auf, dessen Spuren der Protagonist des Romans nach einem abenteuerlichen Leben, unter anderem als Partisan, Komparse bei den im Velebit-Gebirge gedrehten Winnetou-Filmen und Heftchen-Romane schreibender Gastarbeiter in Deutschland, schließlich nachfolgt. Was wäre, fragt der Erzähler, wenn sich die Waffen des Kriegs zu fotografischen Flinten wandelten, die das Gegenüber nicht ermorden, sondern in den Blick nehmen?
Clemens Meyer, 1977 geboren in Halle/Saale, wuchs in Leipzig auf, wo er auch heute als freischaffender Autor lebt und arbeitet. 1998 bis 2003 studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, begleitet von weiteren Gelegenheitsjobs etwa als Wachmann, Möbelpacker oder Gabelstaplerfahrer. 2006 erschien sein Debütroman Als wir träumten, es folgten Die Nacht, die Lichter. Stories (2008, Preis der deutschen Buchmesse), Gewalten. Ein Tagebuch (2010), der Roman Im Stein (2013), die Frankfurter Poetikvorlesungen Der Untergang der Äkschn GmbH (2016) und die Erzählungen Die stillen Trabanten (2017). Der Roman Die Projektoren wurde mit dem Bayerischen Buchpreis 2024 und dem Preis der LiteraTour Nord 2025 ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2024. Für sein Gesamtwerk erhielt Clemens Meyer den Lessing-Preis 2025 des Freistaates Sachsen.
Lesung und Gespräch mit Franziska Bomski, Potsdam
Clemens Meyer ist kein Vielschreiber, sondern ein skrupulöser Gegenwartsautor, der sich viel Zeit für seine ästhetisch avancierten Texte lässt. An seinem jüngsten Roman Die Projektoren (2024) hat er mehr als zehn Jahre gearbeitet. Das beindruckende Epos verwebt gleichermaßen verspielt wie eindringlich, realistisch wie fantastisch, die Erzählung der Jugoslawienkriege, von ihren Anfängen bis hin zu ihren Auswirkungen auf das Europa unserer Gegenwart, mit den Schicksalen teils tragischer, teils skurriler Figuren. Nicht zuletzt ist der Montageroman eine Hommage an das Kino als Traumfabrik im besten Sinne und ein Fest der Fiktion: Dr. (Karl) May tritt als weltreisender Visionär auf, dessen Spuren der Protagonist des Romans nach einem abenteuerlichen Leben, unter anderem als Partisan, Komparse bei den im Velebit-Gebirge gedrehten Winnetou-Filmen und Heftchen-Romane schreibender Gastarbeiter in Deutschland, schließlich nachfolgt. Was wäre, fragt der Erzähler, wenn sich die Waffen des Kriegs zu fotografischen Flinten wandelten, die das Gegenüber nicht ermorden, sondern in den Blick nehmen?
Clemens Meyer, 1977 geboren in Halle/Saale, wuchs in Leipzig auf, wo er auch heute als freischaffender Autor lebt und arbeitet. 1998 bis 2003 studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, begleitet von weiteren Gelegenheitsjobs etwa als Wachmann, Möbelpacker oder Gabelstaplerfahrer. 2006 erschien sein Debütroman Als wir träumten, es folgten Die Nacht, die Lichter. Stories (2008, Preis der deutschen Buchmesse), Gewalten. Ein Tagebuch (2010), der Roman Im Stein (2013), die Frankfurter Poetikvorlesungen Der Untergang der Äkschn GmbH (2016) und die Erzählungen Die stillen Trabanten (2017). Der Roman Die Projektoren wurde mit dem Bayerischen Buchpreis 2024 und dem Preis der LiteraTour Nord 2025 ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2024. Für sein Gesamtwerk erhielt Clemens Meyer den Lessing-Preis 2025 des Freistaates Sachsen.



![Jan Philipp Reemtsma: Monsieur Bovary
Saturday, July 2 2022 at Einstein Forum, Potsdam
Jean Améry’s Charles Bovary, Landarzt is a novel and should be read as such. The novel is a trial Charles Bovary vs. Gustave Flaubert, and Charles Bovary wins–whatever that means. Flaubert is accused of misusing the freedom of creation by creating a Charles Bovary not fit to be the lover Emma Bovary deserved. He is accused to be not a true realist as an author, because he did not show reality as a bundle of possibilities. Instead as an It-is-what-it-is-prison (for Charles). Améry defends Charles Bovary against his creator because he himself wants an appropriate lover for Emma—not those she had chosen. Améry defends Charles and his defence transforms in a love-phantasy. Charles Bovary, Landarzt is a novel of and about the author Jean Améry to a woman another author had created. A strange book—and a fascinating one.
Jan Philipp Reemtsma is the founder and chair of the Hamburg Foundation for the Advancement of Scholarship and Culture and the founder of the Arno Schmidt Foundation. Until March 2015, he was the director of the Hamburg Institute for Social Research, which he also founded. Among his many works, those available in English include Trust and Violence (2012 [2008]), In the Cellar (1999 [1997]), and More than a Champion. The Style of Muhammad Ali (1998 [1997]). His latest publication is Helden und andere Probleme (2020). Jan Philipp Reemtsma: Monsieur Bovary](https://i.ytimg.com/vi/YGQ4ZGsTOs0/mqdefault.jpg)






