Weihnachtslied: O du Fröhliche (Klavierversion) 3 Strophen zum Mitsingen @PianistStefanBoetel
Weihnachtslied: O du Fröhliche (Klavierversion) 3 Strophen zum Mitsingen  @PianistStefanBoetel
Uploaded December 2024 | Updated September 2026, 2 days ago
Hallo liebe Freunde, ich wünsche euch allen eine glückliche und schöne Weihnachtszeit! Ich spiele hier den Klassiker „O du Fröhliche“ als Klavierversion mit 3 Strophen, zu denen man auch mitsingen kann.

Heutiger Text des Liedes:

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit!

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O du fröhliche ist eines der bekanntesten deutschsprachigen Weihnachtslieder. Seine Melodie beruht auf dem Marienlied O sanctissima, das angeblich aus Sizilien stammen soll. Dichter der ersten von drei Strophen ist der Weimarer „Waisenvater“ Johannes Daniel Falk (1768–1826), die beiden folgenden wurden von Heinrich Holzschuher (1798–1847) aus Wunsiedel verfasst.

Entstehungsgeschichte
Nachdem Johannes Daniel Falk vier seiner zehn Kinder durch eine Typhusseuche verloren hatte, gründete er in Weimar das „Rettungshaus für verwahrloste Kinder“. Den dort aufgenommenen Kindern widmete er spätestens 1816, möglicherweise auch schon Ende 1815, das heute als Weihnachtslied bekannte O du fröhliche.

In seiner Urfassung war das Lied ein von Falk so bezeichnetes „Allerdreifeiertagslied“, in dem die den drei Hauptfesten der Christenheit Weihnachten, Ostern und Pfingsten zugrunde liegenden Heilstaten besungen wurden.

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, Christenheit!

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Osterzeit!
Welt liegt in Banden, Christ ist erstanden:
Freue, freue dich, Christenheit!

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Pfingstenzeit!
Christ, unser Meister, heiligt die Geister:
Freue, freue dich, Christenheit!

Das Lied wurde 1816 veröffentlicht. Noch im 20. Jahrhundert ging man von einer Erstveröffentlichung in den 1819 erschienenen Auserlesenen Werken Falks aus. Günter Balders entdeckte dann in der Bibliothek der Freikirchlichen Fachhochschule Elstal eine Broschüre, die eine Publikation bereits nach dem Weihnachtsfest 1816 belegt. Der Erstdruck befindet sich in dem am 30. Januar 1817 abgeschlossenen Zweiten Bericht von Falks sozialdiakonischem Förderverein „Gesellschaft der Freunde in der Noth“. Hier findet sich eine Liste von Liedern, „die jeder Zögling der Sonntagsschule auswendig wissen und singen muss“.

Bekannt geworden ist O du fröhliche allerdings nicht als „Allerdreifesttagslied“, sondern als Weihnachtshymnus, bei dem nur noch die erste Strophe wörtlich von Johannes Daniel Falk stammt. Für die beiden ergänzten Strophen, deren Anfangs- und Schlussverse dieselben wie bei Falk sind, wurden von Heinrich Holzschuher, einem früheren Gehilfen Falks, je eine dritte Verszeile neu verfasst. Holzschuher veröffentlichte das nun drei Strophen umfassende Weihnachtslied erstmals zu Weihnachten 1826 innerhalb seines anonym verfassten Vortragsstücks mit dem Titel „Die Kinder an der Krippe, zur Feyer des heiligen Weihnachts-Festes“ im Bayerschen Landboten. 1829 veröffentlichte Holzschuher das Lied nochmals in seinem Band Harfenklänge und gab sich damit als Autor zu erkennen, nennt aber auch Falk als Verfasser der ersten Strophe.

Melodie

Falk verwendete die Melodie des Marienlieds O sanctissima, o piissima, dulcis virgo Maria. In der ältesten bislang bekannten Quelle von 1792 wird dieses Lied als Sicilian mariner’s hymn to the virgin bezeichnet.

Als wahrscheinlichste Erklärung gilt, dass Falk dieses Lied in der 1807 postum erschienenen zweiten Ausgabe von Johann Gottfried Herders (1744–1803) Sammlung Stimmen der Völker in Liedern fand. Bis vor wenigen Jahren war man davon ausgegangen, dass Herder das Lied bei seiner Italienreise von 1788/89 (die allerdings nicht südlicher als Neapel führte, also nicht nach Sizilien) selbst aufgezeichnet habe. Barbara Boock vom Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg stellte jedoch 2003 fest, dass keine entsprechende Aufzeichnung in Herders Nachlass nachweisbar ist. Vielmehr sei das Lied bereits 1792 als Sicilian mariner’s hymn to the virgin im European Magazine and London Review erschienen. Da die Melodie exakt übereinstimmt, und Herder die Zeitschrift aus der Weimarer Hofbibliothek gekannt haben könnte, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dieser Druck Herders Vorlage war. Die Charakterisierung der Vorlage als „Hymne“ lässt Fragen aufkommen, ob die (wohl von Herder stammende) Übersetzung „Schifferlied“ akkurat ist, zumal der lateinische Text ein Kirchenlied nahelegt.
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