Michele Reilly: Memory, Time, and the Physical Limits of Computation @EinsteinForum
Michele Reilly: Memory, Time, and the Physical Limits of Computation  @EinsteinForum
Uploaded February 2026 | Updated September 2026, 2 hours ago
Lecture at the conference "Von unscharfen Größen und verschränkten Teilchen. Aufbruch ins nächste Quantenjahrhundert", February 5, 2026.



Rechnen wird häufig als abstrakte Manipulation von Symbolen beschrieben. Tatsächlich ist jedoch jede Berechnung ein physikalischer Prozess, der sich in der Zeit entfaltet und entsprechenden Beschränkungen unterliegt. Dieser Vortrag argumentiert, dass das Gedächtnis, nicht Logik oder Inferenz, dem Rechnen physikalische Grenzen setzt. Am Beispiel des Quantum Random Access Memory (qRAM) wird Gedächtnis als thermodynamisches Objekt verstanden: als ein strukturierter Vorrat von Korrelationen, der erzeugt, stabilisiert, adressiert und erneuert werden muss. Aus dieser Perspektive hängt rechnerische Leistungsfähigkeit weniger von algorithmischer Tiefe ab als von der Fähigkeit, Speicherzustände ohne thermische Degradation zu erhalten und zugänglich zu machen. Die vertraute Unterscheidung zwischen klassischem und quantenmechanischem Rechnen wird so neu gefasst in Begriffe von Temperatur, Stabilität und Speicherbandbreite. Das Ergebnis ist eine Verschiebung von algorithmuszentrierten Modellen hin zu einer speicherzentrierten, physikalisch fundierten Theorie, in der die Grenzen des Rechnens die Struktur der Zeit selbst widerspiegeln.

Michele Reilly ist Professorin für Quanteninformation und Sicherheit. Ihre Forschung begründet die Quantensicherheit neu, indem sie Gedächtnis als zentrale physikalische Randbedingung des Rechnens versteht. Sie gehörte zu den frühen Pionierinnen von Architekturen für qRAM und entwickelt heute theoretische Rahmen, die Thermodynamik, rechnerische Komplexität und Kryptographie integrieren, um sowohl den quantenmechanischen Rechenvorteil als auch dessen Grenzen zu erklären. Reilly arbeitet am Massachusetts Institute of Technology und berät Regierungs- und nationale Sicherheitsakteure, darunter US-Verteidigungsorganisationen. Sie bringt eine seltene Perspektive ein, die physikalische Grundlagenforschung mit Sicherheitsfragen von Quantensystemen und intelligenten Technologien verbindet.
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