Uploaded September 2015 | Updated September 2026, 1 day ago
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Karlheinz Stockhausen - Telemusik (1966)
Werkverzeichnis: Nr. 20
Entstehungsjahr: 1966
Instrumentierung: für Elektronik
Komponist: Karlheinz Stockhausen
Dauer: 18′
Widmung: Telemusik ist dem japanischen Volk gewidmet
Telemusik wurde von Januar bis April 1966 im Studio für Elektronische Musik des Japanischen Rundfunks Nippon Hoso Kyokai realisiert. Während der ersten 8 oder 9 Tage in Tokyo konnte ich nicht schlafen. Ich war froh darüber, denn ununterbrochen gingen mir Klangvisionen, Ideen, Bewegungen durch den Kopf, wenn ich wach lag. Nach vier Nächten ohne Schlaf und vier Tagen acht- oder neunstündiger Arbeit im Studio für Elektronische Musik ohne irgendein brauchbares Ergebnis – nicht nur fremde Sprache, Speise, Wasser, Luft, die Ja- und Nein-Konfusion musste ich assimilieren, sondern auch eine völlig andere technische Einrichtung im Studio – kam eine Vision immer öfter wieder: es war, was ich mag: eine Vision von Klängen, neuen technischen Prozessen, formalen Beziehungen, Bildern der Notation, von menschlichen Verbindungen usw. – alles auf einmal und in einem Netzwerk, das zu verschlungen war, um in einem Prozess dargestellt zu werden: es sollte mich für lange Zeit beschäftigen.
Zu alledem wollte ich einem alten und immer wiederkehrenden Traum näherkommen: einen Schritt weiterzugehen in die Richtung, nicht „meine“ Musik zu schreiben, sondern eine Musik der ganzen Erde, aller Länder und Rassen. Sie werden sie in der Telemusik hören – ich bin gewiss – : jene mysteriösen Besucher vom japanischen Kaiserhof, die Gagaku-Spieler, von der glücklichen Insel Bali, aus der südlichen Sahara, von einem spanischen Dorffest, aus Ungarn, von den Shipibos des Amazonas, von der Omizutori-Zeremonie in Nara, an der ich drei Tage und Nächte lang teilnahm, aus dem phantastisch-virtuosen China, vom Kohyasan-Tempel, von den Bewohnern des Hochgebirges in Vietnam…
Einschub 1969: Heute, drei Jahre später, kann ich schon sagen, dass Telemusik zum Anfang einer neuen Entwicklung geworden ist, in der die Situation der „Collage“ der ersten Jahrhundert-Hälfte allmählich überwunden wird: Telemusik ist keine Collage mehr. Vielmehr wird – durch Intermodulationen zwischen alten, „gefundenen“ Objekten und neuen, von mir mit modernen elektronischen Mitteln geschaffenen Klangereignissen – eine höhere Einheit erreicht: eine Universalität von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, von weit voneinander entfernten Ländern und „Räumen“: Telemusik.
Fortsetzung des Textes von 1966: In der Nacht, in der mir zum ersten Mal der Name des Werkes einfiel, erlebte ich plötzlich einen Ausbruch an assoziativen Begriffen. Ich will einige dieser „Vokabeln für Telemusik“ zitieren: Ultra – Laserstrahlen – Sternstaub – Nord – Glast – Wolkenschatten – Helium – Pol – Spiegel – Ich des Ich – Hochfrequenz – Weiß auf Weiß – Reflexion – Schneetapse – Helle – No Kan – Skyskrapers – Gletscher – Ringmodulation – Silberstille – Resurrection – High fidelity
Telemusik möchte ich den Menschen des Landes, in dem ich zu Gast war, widmen, die ich so grenzenlos bewundere und die so unglaublich engagiert sind im Widerstreit zwischen dem alten und neuen Japan. Ich wünsche von ganzem Herzen, dass sie – die Japaner – ein neues Japan hervorbringen, während oder nach der gefährlichen Verletzung, die ihnen durch den Integrationsprozess der Welt und durch die notwendige Übergangszeit der Zerstörung und Gleichmachung von jedem und allem zugefügt wird. Denn ich habe gelernt – besonders in Japan -, dass Tradition nicht einfach existiert, sondern dass sie jeden Tag neu erschaffen werden muss. Was heute modern ist, wird morgen Tradition sein. Wir wollen nicht vergessen, dass alles, was wir tun und sagen, als Moment einer kontinuierlichen Tradition aufgefasst werden muss, sonst ist Tradition tot, tot und dreimal tot.
Karlheinz Stockhausen, Texte zur Musik, Band 3, DuMont
video created with Audacity, Sonic Visualizer and vokoscreen on an openSUSE 13.1 Linux system.
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Karlheinz Stockhausen - Telemusik (1966)
Werkverzeichnis: Nr. 20
Entstehungsjahr: 1966
Instrumentierung: für Elektronik
Komponist: Karlheinz Stockhausen
Dauer: 18′
Widmung: Telemusik ist dem japanischen Volk gewidmet
Telemusik wurde von Januar bis April 1966 im Studio für Elektronische Musik des Japanischen Rundfunks Nippon Hoso Kyokai realisiert. Während der ersten 8 oder 9 Tage in Tokyo konnte ich nicht schlafen. Ich war froh darüber, denn ununterbrochen gingen mir Klangvisionen, Ideen, Bewegungen durch den Kopf, wenn ich wach lag. Nach vier Nächten ohne Schlaf und vier Tagen acht- oder neunstündiger Arbeit im Studio für Elektronische Musik ohne irgendein brauchbares Ergebnis – nicht nur fremde Sprache, Speise, Wasser, Luft, die Ja- und Nein-Konfusion musste ich assimilieren, sondern auch eine völlig andere technische Einrichtung im Studio – kam eine Vision immer öfter wieder: es war, was ich mag: eine Vision von Klängen, neuen technischen Prozessen, formalen Beziehungen, Bildern der Notation, von menschlichen Verbindungen usw. – alles auf einmal und in einem Netzwerk, das zu verschlungen war, um in einem Prozess dargestellt zu werden: es sollte mich für lange Zeit beschäftigen.
Zu alledem wollte ich einem alten und immer wiederkehrenden Traum näherkommen: einen Schritt weiterzugehen in die Richtung, nicht „meine“ Musik zu schreiben, sondern eine Musik der ganzen Erde, aller Länder und Rassen. Sie werden sie in der Telemusik hören – ich bin gewiss – : jene mysteriösen Besucher vom japanischen Kaiserhof, die Gagaku-Spieler, von der glücklichen Insel Bali, aus der südlichen Sahara, von einem spanischen Dorffest, aus Ungarn, von den Shipibos des Amazonas, von der Omizutori-Zeremonie in Nara, an der ich drei Tage und Nächte lang teilnahm, aus dem phantastisch-virtuosen China, vom Kohyasan-Tempel, von den Bewohnern des Hochgebirges in Vietnam…
Einschub 1969: Heute, drei Jahre später, kann ich schon sagen, dass Telemusik zum Anfang einer neuen Entwicklung geworden ist, in der die Situation der „Collage“ der ersten Jahrhundert-Hälfte allmählich überwunden wird: Telemusik ist keine Collage mehr. Vielmehr wird – durch Intermodulationen zwischen alten, „gefundenen“ Objekten und neuen, von mir mit modernen elektronischen Mitteln geschaffenen Klangereignissen – eine höhere Einheit erreicht: eine Universalität von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, von weit voneinander entfernten Ländern und „Räumen“: Telemusik.
Fortsetzung des Textes von 1966: In der Nacht, in der mir zum ersten Mal der Name des Werkes einfiel, erlebte ich plötzlich einen Ausbruch an assoziativen Begriffen. Ich will einige dieser „Vokabeln für Telemusik“ zitieren: Ultra – Laserstrahlen – Sternstaub – Nord – Glast – Wolkenschatten – Helium – Pol – Spiegel – Ich des Ich – Hochfrequenz – Weiß auf Weiß – Reflexion – Schneetapse – Helle – No Kan – Skyskrapers – Gletscher – Ringmodulation – Silberstille – Resurrection – High fidelity
Telemusik möchte ich den Menschen des Landes, in dem ich zu Gast war, widmen, die ich so grenzenlos bewundere und die so unglaublich engagiert sind im Widerstreit zwischen dem alten und neuen Japan. Ich wünsche von ganzem Herzen, dass sie – die Japaner – ein neues Japan hervorbringen, während oder nach der gefährlichen Verletzung, die ihnen durch den Integrationsprozess der Welt und durch die notwendige Übergangszeit der Zerstörung und Gleichmachung von jedem und allem zugefügt wird. Denn ich habe gelernt – besonders in Japan -, dass Tradition nicht einfach existiert, sondern dass sie jeden Tag neu erschaffen werden muss. Was heute modern ist, wird morgen Tradition sein. Wir wollen nicht vergessen, dass alles, was wir tun und sagen, als Moment einer kontinuierlichen Tradition aufgefasst werden muss, sonst ist Tradition tot, tot und dreimal tot.
Karlheinz Stockhausen, Texte zur Musik, Band 3, DuMont
video created with Audacity, Sonic Visualizer and vokoscreen on an openSUSE 13.1 Linux system.






![Karlheinz Stockhausen - STUDIE 1 (1953)
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STUDIE I Elektronische Musik
(2-Spur-Magnet., 2 x 2 Lautspr., Mischpult / Klangr.)
[9 42]
Video created with Sonic Visualizer, Vokoscreen, Kdenlive and Audacity on an OpenSUSE 12.3 Linux System. Karlheinz Stockhausen - STUDIE 1 (1953)](https://i.ytimg.com/vi/Ovz6it26iSw/mqdefault.jpg)
![Joe Satriani - Driving At Night (1986)
from Not Of This Earth (1986)
Joe Satriani (born July 15, 1956) is an American instrumental rock guitarist, multi-instrumentalist and multiple Grammy Award nominee. Early in his career, Satriani worked as a guitar instructor, with many of his former students achieving fame, such as: Steve Vai, Larry LaLonde, Rick Hunolt, Kirk Hammett, Andy Timmons, Charlie Hunter, Kevin Cadogan and Alex Skolnick.
In 1988, Satriani was recruited by Mick Jagger as lead guitarist for his first solo tour.[2] In 1994, Satriani toured with Deep Purple as the lead guitarist.[3] He has worked with a range of guitarists during the G3 tour, which he founded in 1995. His G3 collaborators have included Vai, LaLonde, Timmons, Steve Lukather, John Petrucci, Eric Johnson, Yngwie Malmsteen, Brian May, Patrick Rondat, Paul Gilbert, Adrian Legg, Steve Morse and Robert Fripp.[4] He is currently the lead guitarist for the supergroup Chickenfoot. Since 1988, Satriani has been using his own signature guitars, the Ibanez JS Series, which are sold in music stores worldwide. He has also collaborated with Vox to create his own wah, delay, overdrive and distortion pedals as well as a collaboration with Marshall Amplification for the creation of his own signature series amplifier head, the JVM410HJS. (http://en.wikipedia.org/wiki/Joe_Satriani) Joe Satriani - Driving At Night (1986)](https://i.ytimg.com/vi/PQSp6KoVjvo/mqdefault.jpg)
![Tangerine Dream - Movements Of A Visionary / Sequent C [1974]
In Memory Of Edgar Froese (6.6.1944 - 20.01.2015)
Froese was a German artist and electronic music pioneer, best known for founding the electronic music group Tangerine Dream. Although his solo and group recordings prior to 2003 name him as Edgar Froese, his solo albums from 2003 onward bear the artist name Edgar W. Froese.
Phaedra (1974) is an album by the German electronic music group Tangerine Dream.
This is the first Tangerine Dream album to feature their now classic sequencer-driven sound, which launched the Berlin School genre. This album marked the beginning of the groups international success and was their first album released on the British Virgin records label. It achieved six-figure sales in the UK, reaching No 15 in the charts in a 15-week run, with virtually no
airplay, only by strong word of mouth. It also earned the group a gold disc in seven countries, and yet in their native Germany it sold barely 6,000 units. [...]
The title track and Movements of a Visionary rely on Christopher Frankes use of the Moog analog sequencer as a substitute for bass guitar. [...] Sequent C is a short but memorable piece by Peter Baumann on flute, with tape echo.
The All Music Guide to Electronica describes the album as a milestone for the band as one of the most important, artistic, and exciting works in the history of electronic music. Phaedra is commonly cited as one of Tangerine Dreams best albums and is listed in 1001 Albums You Must Hear Before You Die. In the Q and Mojo Classic Special Edition Pink Floyd & The Story of Prog Rock, the album also came in at 38 in its list of 40 Cosmic Rock Albums.
The sleeve design and cover painting are by Froese.
(https://en.wikipedia.org/wiki/Phaedra_(album))
Video created with OpenShot Video Editor on a Kubuntu 14.04 Linux System. Tangerine Dream - Movements Of A Visionary / Sequent C [1974]](https://i.ytimg.com/vi/PnyA5lhELRc/mqdefault.jpg)

