Uploaded January 2023 | Updated September 2026, 3 weeks ago
Ein Liedermacher-Rap über Tod und Verlust ... passend zum Januar eben.
Entstanden in den frühen 2000ern in Berlin nach einem Sample einer Version von "St. Jaimes Infirmary" aus den 20er-Jahren.
Der jidd’sche Kirchhof
Es war im Januar an einem trüben Tag, als sie starb.
Eben noch so nah und auf einmal nicht mehr da.
„Das kann nicht wahr sein! Wie soll mein Dasein
ohne sie noch einen Sinn haben?“,
rief ich mit Augen, die blind waren vor Tränen.
Mein Hoffen, mein Sehnen,
mein ganzes Leben so leer,
weil meine Liebe existiert nicht mehr!
Woher ist dieses Wissen, das man erwirbt?
Es heißt, es sei schwer, wenn man im Frühling stirbt.
Ich weiß nicht …
Keine Zeit mehr, zu sagen: „Es tut mir leid!“
Ich hab so viel verpeilt, verpasst, versäumt.
Für immer vorbei, doch ein kleiner Teil bleibt.
Wir waren frei – davon habe ich geträumt!
Unsere Seelen sind nicht zu sehen.
Vielleicht sind sie nur Schein.
Mag sein, wir alle enden allein.
Aber nein! Daran will ich nicht glauben,
denn ich glaube daran,
dass Glaube alles ändern kann!
Und ich ging zum jidd’schen Kirchhof
und ich sah mein Mädel da:
so jung, so rein, so wunderschön
wie sie lebendig war …
Lass sie gehen, lass sie gehen,
lass sie leben ohne Zeit und Ort!
Einmal lege ich mich daneben
auf den jidd’schen Kirchhof dort.
„Bete für mich!“, hat sie zu mir gesagt
an dem Tag, als sie da lag und starb.
Und es gab nichts, was ich noch hätte tun können.
Und es sind sechs Fuß Erde, die uns nun trennen.
Wenn ich einmal sterbe, will ich in die Leere gehen,
alles verstehen, ohne Lider sehen, ohne Glieder gehen,
für und wider den gesunden Menschenverstand,
in meiner Hand, in deiner Hand …
Weißt du noch, wie das Leben war:
Immer wieder jeden Tag durch die Gegenwart,
behindert durch die geile Welt, die uns bei sich hält,
ob es uns gefällt oder nicht.
Aus dem Weg! Jetzt komm ich ans Licht!
Immer weiter … wer weiß, wohin die Reise geht,
warum sich der Planet im Kreise dreht.
Das Leben lebt. Das Leben geht.
Man überlebt, was man begräbt.
Und wenn ich tot bin, dann nehmt einfach alle Teile,
die noch zu gebrauchen sind,
und den Rest werft in ein Feuer!
Streut die Asche in den Wind.
Lass sie gehen, lass sie gehen:
Meine Seele fliegt ohne Flügel fort,
doch am Ende kehrt sie heim zu ihr
auf den jidd’schen Kirchhof dort.
Ein Liedermacher-Rap über Tod und Verlust ... passend zum Januar eben.
Entstanden in den frühen 2000ern in Berlin nach einem Sample einer Version von "St. Jaimes Infirmary" aus den 20er-Jahren.
Der jidd’sche Kirchhof
Es war im Januar an einem trüben Tag, als sie starb.
Eben noch so nah und auf einmal nicht mehr da.
„Das kann nicht wahr sein! Wie soll mein Dasein
ohne sie noch einen Sinn haben?“,
rief ich mit Augen, die blind waren vor Tränen.
Mein Hoffen, mein Sehnen,
mein ganzes Leben so leer,
weil meine Liebe existiert nicht mehr!
Woher ist dieses Wissen, das man erwirbt?
Es heißt, es sei schwer, wenn man im Frühling stirbt.
Ich weiß nicht …
Keine Zeit mehr, zu sagen: „Es tut mir leid!“
Ich hab so viel verpeilt, verpasst, versäumt.
Für immer vorbei, doch ein kleiner Teil bleibt.
Wir waren frei – davon habe ich geträumt!
Unsere Seelen sind nicht zu sehen.
Vielleicht sind sie nur Schein.
Mag sein, wir alle enden allein.
Aber nein! Daran will ich nicht glauben,
denn ich glaube daran,
dass Glaube alles ändern kann!
Und ich ging zum jidd’schen Kirchhof
und ich sah mein Mädel da:
so jung, so rein, so wunderschön
wie sie lebendig war …
Lass sie gehen, lass sie gehen,
lass sie leben ohne Zeit und Ort!
Einmal lege ich mich daneben
auf den jidd’schen Kirchhof dort.
„Bete für mich!“, hat sie zu mir gesagt
an dem Tag, als sie da lag und starb.
Und es gab nichts, was ich noch hätte tun können.
Und es sind sechs Fuß Erde, die uns nun trennen.
Wenn ich einmal sterbe, will ich in die Leere gehen,
alles verstehen, ohne Lider sehen, ohne Glieder gehen,
für und wider den gesunden Menschenverstand,
in meiner Hand, in deiner Hand …
Weißt du noch, wie das Leben war:
Immer wieder jeden Tag durch die Gegenwart,
behindert durch die geile Welt, die uns bei sich hält,
ob es uns gefällt oder nicht.
Aus dem Weg! Jetzt komm ich ans Licht!
Immer weiter … wer weiß, wohin die Reise geht,
warum sich der Planet im Kreise dreht.
Das Leben lebt. Das Leben geht.
Man überlebt, was man begräbt.
Und wenn ich tot bin, dann nehmt einfach alle Teile,
die noch zu gebrauchen sind,
und den Rest werft in ein Feuer!
Streut die Asche in den Wind.
Lass sie gehen, lass sie gehen:
Meine Seele fliegt ohne Flügel fort,
doch am Ende kehrt sie heim zu ihr
auf den jidd’schen Kirchhof dort.










