Uploaded July 2025 | Updated September 2026, 1 week ago
PD Dr. Ingmar Werneburg erklärt in seinem Vortrag die Evolution und Biomechanik des Dinosaurier-Schädels und wie sich seine komplexen Formen und Funktionen evolutionär entwickelten.
Grundlegend entwickeln sich Knochen dort, wo durch Beißkräfte hohe Spannung entsteht, während sich "Fenster" - wie das Schläfenfenster hinter dem Auge - an spannungsfreien Stellen bilden, um Material und Energie zu sparen. Während frühe Schildkröten einen vollständig geschlossenen Schläfenbereich besaßen, führten bei Raubsauriern wie dem Tyrannosaurus rex unterschiedliche Beißkräfte zu einer oberen und unteren Schläfenöffnung sowie einem antorbitalen Fenster vor dem Auge. Diese Öffnungen sind funktionelle Anpassungen, die den Schädel leichter machen und gleichzeitig Raum für die Kiefermuskulatur bieten, welche die entstehenden Spannungen vom Knochen aufnimmt und die Bildung eines "Kraftkreises" ermöglicht. Somit lässt sich die enorme Vielfalt der Schädelformen, von urtümlichen Schildkröten bis hin zu spezialisierten Dinosauriern, wie dem Protoceratops oder dem T-Rex, durch biomechanische Prinzipien erklären.
00:00 Begrüßung & Einführung in die Schädel-Morphologie
00:00:29 Goethe und die Morphologie: Schillers Schädel als Beispiel
00:03:23 Die erste Schildkröte: Der Schädel von Proganochelys quenstedtii
00:03:55 Geschlossene vs. offene Schädel: Beispiele von Ziege und Leopard
00:05:13 Das Geheimnis der Schädelöffnungen: Wie Formen entstehen
00:07:18 Das Schädelmodell und das Prinzip von Beißkraft & Spannung
00:10:06 Die Rolle des Auges bei der Schädelentwicklung
00:13:08 Der Tyrannosaurus rex: Beißkraft & Schädelanpassungen
00:14:11 Wie Beißkräfte die Schädelform beeinflussen: Mehrere Schläfenfenster
00:15:34 Die Bedeutung der Kiefermuskeln: Der "Kraftkreis"
00:22:00 Das antorbitale Loch: Eine weitere Besonderheit im T-Rex-Schädel
00:23:55 Ein echter Dinosaurierschädel: Protoceratops aus der Mongolei
00:25:45 Die Funktion des Kragens: Energie sparen durch gezielte Knochenbildung
00:26:57 Fazit: Goethes Vermächtnis und die Offenbarung der Natur
Der Vortrag fand bei den Science & Innovation Days 2024 im Rahmen der Veranstaltung "Die lange Nacht der Dinosaurier - oder: Der Kampf ums Dasein" im Senckenberg Institut der Universität Tübingen statt.
Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP)
Eberhard Karls Universität Tübingen
Fachbereich für Geowissenschaften
©2025
PD Dr. Ingmar Werneburg erklärt in seinem Vortrag die Evolution und Biomechanik des Dinosaurier-Schädels und wie sich seine komplexen Formen und Funktionen evolutionär entwickelten.
Grundlegend entwickeln sich Knochen dort, wo durch Beißkräfte hohe Spannung entsteht, während sich "Fenster" - wie das Schläfenfenster hinter dem Auge - an spannungsfreien Stellen bilden, um Material und Energie zu sparen. Während frühe Schildkröten einen vollständig geschlossenen Schläfenbereich besaßen, führten bei Raubsauriern wie dem Tyrannosaurus rex unterschiedliche Beißkräfte zu einer oberen und unteren Schläfenöffnung sowie einem antorbitalen Fenster vor dem Auge. Diese Öffnungen sind funktionelle Anpassungen, die den Schädel leichter machen und gleichzeitig Raum für die Kiefermuskulatur bieten, welche die entstehenden Spannungen vom Knochen aufnimmt und die Bildung eines "Kraftkreises" ermöglicht. Somit lässt sich die enorme Vielfalt der Schädelformen, von urtümlichen Schildkröten bis hin zu spezialisierten Dinosauriern, wie dem Protoceratops oder dem T-Rex, durch biomechanische Prinzipien erklären.
00:00 Begrüßung & Einführung in die Schädel-Morphologie
00:00:29 Goethe und die Morphologie: Schillers Schädel als Beispiel
00:03:23 Die erste Schildkröte: Der Schädel von Proganochelys quenstedtii
00:03:55 Geschlossene vs. offene Schädel: Beispiele von Ziege und Leopard
00:05:13 Das Geheimnis der Schädelöffnungen: Wie Formen entstehen
00:07:18 Das Schädelmodell und das Prinzip von Beißkraft & Spannung
00:10:06 Die Rolle des Auges bei der Schädelentwicklung
00:13:08 Der Tyrannosaurus rex: Beißkraft & Schädelanpassungen
00:14:11 Wie Beißkräfte die Schädelform beeinflussen: Mehrere Schläfenfenster
00:15:34 Die Bedeutung der Kiefermuskeln: Der "Kraftkreis"
00:22:00 Das antorbitale Loch: Eine weitere Besonderheit im T-Rex-Schädel
00:23:55 Ein echter Dinosaurierschädel: Protoceratops aus der Mongolei
00:25:45 Die Funktion des Kragens: Energie sparen durch gezielte Knochenbildung
00:26:57 Fazit: Goethes Vermächtnis und die Offenbarung der Natur
Der Vortrag fand bei den Science & Innovation Days 2024 im Rahmen der Veranstaltung "Die lange Nacht der Dinosaurier - oder: Der Kampf ums Dasein" im Senckenberg Institut der Universität Tübingen statt.
Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP)
Eberhard Karls Universität Tübingen
Fachbereich für Geowissenschaften
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