Bachstiftung
J.S. Bach - Cantata BWV 20 O Ewigkeit, du Donnerwort (J.S. Bach Foundation)
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Dr. Ina Schmidt wurde 1973 in Flensburg geboren und studierte Kulturwissenschaften in Lüneburg. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin promovierte sie 2004 im Bereich Philosophie. Sie ist Philosophin und Publizistin. 2005 gründete sie die "denkraeume" und schreibt seitdem Artikel, Aufsätze und Bücher und bietet Seminare, Vorträge und Gespräche zur Philosophie als eine Form der Lebenspraxis an. Unter anderem veröffentlichte sie die philosophischen Sachbücher "Das Ziel ist im Weg. Eine philosophische Suche nach dem Glück" (2018), "Auf die Freundschaft. Eine philosophische Begegnung oder was Menschen zu Freunden macht" (2014), "Über die Vergänglichkeit. Eine Philosophoe des Abschieds" (2019) und "Die Kraft der Verantwortung. Über eine Haltung mit Zukunft" (2021).
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Die vollständige Kantate, ein einführender Workshop und eine Reflexion ist hier erhältlich: bachipedia.org/werke/bwv-27-wer-weiss-wie-nahe-mir-mein-ende
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Mehr zum Kantatentext:
Bachs Kantaten zum 16. Sonntag nach Trinitatis sind entsprechend der Evangelienlesung (Luk. 7, 11-17) vom Gedanken der Todesnähe und Jenseitserwartung durchzogen. Bachs aus dem Jahr 1726 stammende Vertonung kombiniert in ihrem Eingangschor kommentierende Einschübe mit dem zeilenweisen Vortrag des von Aemilie-Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt gedichteten Liedes, das angesichts des schwerblütigen Passionsduktus des Orchesters fahle und tragische Züge ausbildet. Auch die mit Orgelsolo und Oboen da caccia exquisit instrumentierte Arie «Willkommen will ich sagen» sowie das mit dramatischen Bewegungskontrasten ausgestattete Basssolo «Gute Nacht, du Weltgetümmel» gewinnen dem Text höchst individuelle Lösungen ab. Selten in Bachs Musik wird das himmelsfreudige Loslassen so auf die Spitze getrieben wie im exaltierten «Flügel her!» des zentralen Sopranrezitativs. Anrührend wirkt das Bekenntnis zur älteren Thomanertradition, das Bach mit dem von Johann Rosenmüller (1652) übernommenen abschließenden Choralsatz ablegte.
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Choir and Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - Conductor
Soloists:
Joanne Lunn - Soprano
Sören Richter - Tenor
Peter Harvey - Bass
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 25 "Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe" (There is nought of soundness within my body)
00:00 Cantata BWV 25, Concert from 09/15/2017
00:45 Choir: Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe
06:25 Recitative (Tenor): Die ganze Welt ist nur ein Hospital
08:00 Aria (Bass): Ach, wo hol ich Armer Rat?
11:45 Recitative (Soprano): O Jesu, lieber Meister
12:58 Aria (Soprano): Öffne meinen schlechten Liedern
16:20 Chorale: Ich will alle meine Tage
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The complete cantata, introductory workshop and reflection lecture (in German) are available at:
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Prof. Dr. Andreas Kruse ist Alternsforscher sowie Seniorprofessor distinctus an der Universität Heidelberg. Er hat neben seinem Hauptfach Psychologie auch Philosophie und Musik studiert und setzt sich u.a. mit Johann Sebastian Bach's künstlerischem Schaffen auseinander. In seinem Buch „Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach“ widmet er sich dem Spätwerk des Komponisten, insbesondere im Kontext von Alter und kreativer Arbeit.
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Mehr zum Kantatentext:
Schmerzgezeugte Kombinatorik, peinvolle Sündenschuld und der Versuch, das Unaussprechliche im Medium des wortlos vorgetragenen Chorals auszudrücken, gelangen im gigantischen Gewölbebau des Eingangschores der Kantate «Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe» zu einer in dieser Dichte und Komplexität auch bei Bach seltenen Symbiose. Der als Doppelfuge mit Choraleinschüben angelegte und thematisch auf allen Ebenen verklammerte Eingangssatz fungiert damit als düsteres Portal zu einer Kantate, der es in erstaunlicher Weise gelingt, eine von Bildern der Krankheit und Unwürdigkeit geprägte und in unverhohlener Todessehnsucht gipfelnde pessimistische Anthropologie noch in ein federndes Gotteslob zu verwandeln.
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In this episode of Bach Factory, Xoán Castiñeira and Rudolf Lutz guide us through J.S. Bach's cantata BWV 169 «Gott soll allein mein Herze haben». The opening sinfonia sounds like an organ concerto and makes up 1/3 of the entire cantata. So is the cantata an homage to the organ? How did Bach construct this part of the cantata, and which attitude toward instrumental sonority does he express in this piece? Rudolf and Xoán uncover the cantata's musical secrets.
The "Bach Factory" is a video series by the J.S. Bach-Stiftung St. Gallen that gives you interesting insights into Bach's cantatas - including exclusive excerpts from their live performance.
Watch the video of the live performance in full length on Bachipedia: bachipedia.org/en/works/bwv-169-gott-soll-allein-mein-herze-haben
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Contributors: Xoán Elías Castiñeira, Rudolf Lutz
Video: Samuel Lutz
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Choir and Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - Conductor
Soloists:
Julia Doyle - Soprano
Georg Poplutz - Tenor
Daniel Pérez - Bass
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 19 "Es erhub sich ein Streit" (There arose a great strife)
00:00 Cantata BWV 19, Concert from 08/19/2022
00:58 Choir - Es erhub sich ein Streit.
05:24 Recitative (bass) - Gottlob! der Drache liegt.
06:19 Aria (soprano) - Gott schickt uns Mahanaim zu;
11:01 Recitative (tenor) - Was ist der schnöde Mensch, das Erdenkind?
11:56 Aria (tenor) - Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir!
18:32 Recitative (soprano) - Laßt uns das Angesicht
19:16 Chorale - Laß dein Engel mit mir fahren
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The complete cantata, introductory workshop and reflection lecture (in German) are available at: bachipedia.org/werke/bwv-19-es-erhub-sich-ein-streit
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Germanist und Literaturkritiker Philipp Theisohn (geb. 1974 in Bad Dürkheim) studierte Philosophie, Mediävistik und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universitäten Tübingen und der Universität Zürich, und promovierte 2004. Schließlich habilitierte sich Theisohn 2011 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und leitete von 2013 bis 2019 das Forschungsprojekt „Das bewohnte Weltall als literarischer Imaginations- und Kommunikationsraum 1600–2000“. Mittlerweile ist der Germanist an der Züricher Universität Ordinarius für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und seit 2022 Direktor des Zentrums für literarische Gegenwart (ZLG).
Neben der wissenschaftlichen Tätigkeit tritt Theisohn auch als Literaturkritiker sowie als Mitherausgeber der renommierten Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft in Erscheinung. Seine wissenschaftlichen Interessen sind vielfältig, gelten jedoch besonders der europäischen Literatur vom Mittlalter bis zur Gegenwart - insbesondere mit Fokus auf Schweizer Literatur.
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Mehr zum Kantatentext:
Der Michaelistag war im alteuropäischen Jahreskalender ein wichtiges Datum, das den Übergang zum Winterhalbjahr markierte; sein kämpferischer Lesetext vom grossen Engelskampf im Himmel hat die Tonsetzer des Barock zu besonders schlagkräftigen Vertonungen angeregt. Dazu gehört Bachs Michaeliskantate BWV 19, deren Eingangssatz ohne jedes Orchestervorspiel mit einer turbulenten Vokalfuge anhebt und diesen wuchtigen Duktus bis zum Schluss beibehält. Dass Gottes Engel auch tröstende Gewissheit schenken und durch Tod und Leben hindurchtragen können, machen die mit lieblichen Oboen d’amore sowie dem kantablen Trompetenchoral «Ach Herr, lass dein lieb Engelein» begleiteten Arien klangsinnlich erlebbar, ehe der von obligaten Bläserstimmen überwölbte Schlusschoral wie eine Einladung zur persönlichen Himmelsreise anmutet.
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Bach Factory von BWV 45 (in Englisch): youtu.be/puh-v_eXAm4
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Rudolf Lutz - Conductor
Soloists:
Ruth Sandhoff - Alto
Andreas Post - Tenor
Markus Volpert - Bass
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 33 "Allein zu dir, Herr Jesu Christ" (Alone to thee, Lord Jesus Christ)
00:00 Cantata BWV 33, Concert from 08/ 31/2007
00:32 Choir - Allein zu dir, Herr Jesu Christ
04:58 Recitative (bass) - Mein Gott und Richter
06:08 Aria (alto) - Wie furchtsam wankten meine Schritte
15:40 Recitative (tenor) - Mein Gott, verwirf mich nicht
16:58 Aria (tenor & bass) - Gott, der du die Liebe heißt
20:49 Chorale - Ehr sei Gott in dem höchsten Thron
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Theologin Susanne Sinclair wurde 1961 in Kiel geboren und studierte Religionspädagogik, Theologie und Romanistik in Kassel, Göttingen sowie Lausanne.
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Die am 3. September 1723 erstmals aufgeführte Choralkantate «Allein zu dir, Herr Jesu Christ» könnte man in Analogie zu einer Komposition des Leipziger Tonsetzers Johannes Weyrauch (1897–1977) auch als «Kantate von der Liebe» bezeichnen. Stehen doch neben der Rechtfertigung im Glauben vor allem der aufschlussreiche Vergleich von irdischer und himmlischer Barmherzigkeit sowie das Exempel der entzündenden Liebe Gottes im Mittelpunkt des Textes und seiner Vertonung.
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In this episode of Bach Factory, Xoán Castiñeira and Rudolf Lutz explore J.S. Bach's cantata BWV 46, «Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei». Bach composed this cantata very soon after starting his position as Thomaskantor in Leipzig on May 30th, 1723. The piece speaks about God's fury at man's sin and His mercy through Jesus. And at a closer look, it contains some interesting musical details - such as an almost operatic aria! Rudolf and Xoán help us understand why this is very special and unexpected for Bach.
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Contributors: Xoán Elías Castiñeira, Rudolf Lutz
Video: Samuel Lutz
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Sebastian Kleinschmidt wurde 1948 in Schwerin geboren und ist deutscher Publizist und war von 1991 bis 2013 Chefredakteur der Zeitschrift "Sinn und Form". 1966 legte er sein Abitur ab und beendete gleichzeitig eine Berufsausbildung zum Elektrosignalschlosser bei der Deutschen Reichsbahn. Vier Jahre diente er bei der Volksmarine als Funker und trat 1968 der SED bei. Er studierte von 1970 bis 1972 Geschichte an der Karl-Marx-Universität Leipzig und danach bis 1974 Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Außerdem absolvierte er bis 1978 ein Forschungsstudium der Ästhetik, welcher er mit der Promotion abschloss.
Unter dem Titel "Requiem für einen Hund" erschien 2008 eine Sammlung von Gesprächen, welche Kleinschmidt im Februar mit Daniel Kehlmann führte.
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Die für den 8. Sonntag nach Trinitatis bestimmte Kantate «Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist» wurde 1726 in Leipzig erstmals aufgeführt. Die einem Meininger Librettojahrgang entnommene Textgrundlage kombiniert zwei biblische Lesetexte, im ersten Satz Micha 6, 8 aus dem Alten Testament und im vierten Satz Matthäus 7, 22–23 aus dem Neuen Testament. Von da aus wird eine Theologie der an Werken der Liebe erkennbaren und seinem Wort vertrauenden Gottesfürchtigkeit entfaltet. Während der kompositionstechnisch höchst anspruchsvoll gearbeitete Eingangschor die an den Menschen gerichtete Forderung mit maximaler Deutlichkeit herausarbeitet, kommt die den zweiten Kantatenteil eröffnende Kritik Jesu an den falschen Jüngern als feuriger Bassauftritt mit dramatischer Streicherbegleitung daher. Generell verbinden die Sätze dieser Kantate die geschärfte Leuchtkraft würziger Kreuztonarten mit einem ausgeprägten Bemühen um metrische Klarheit sowie um eine durch wechselnde Klangfarben unterstützte emotionale Ansprache.
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In this episode of "Bach Factory", Xoán Elías Castiñeira and Rudolf Lutz explore the origins and meaning of J.S. Bach's cantata BWV 147 - «Herz und Mund und Tat und Leben» (Heart and mouth and deed and life).
This cantata, dedicated to the Visitation, is actually based on Bach's earlier piece – an Advent cantata! So how did Bach reinvent the original, and what does the addition of a – now very famous – chorale have to do with it? Rudolf Lutz and Xoán Elías Castiñeira explain.
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Choir and Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - Conductor
Soloist:
Miriam Feuersinger - Soprano
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 209 "Non sa che sia dolore" (He knows not what sorrow is)
00:00 Cantata BWV 209, Concert from 06/24/2022
00:35 Sinfonia
06:50 Recitative (soprano) - Non sa che sia dolore
07:42 Aria (soprano) - Parti pur e con dolore
16:10 Recitative (soprano) - Tuo saver al tempo e l’età constrasta,
16:45 Aria (soprano) - Ricetti gramezza e pavento,
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Choir and Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - Conductor
Soloist:
Dominik Wörner
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 203 "Amore traditore" (Treacherous love)
00:00 Cantata BWV 203, Concert from 06/24/2022
00:32 Aria (bass) - Amore traditore,
06:55 Recitative (bass) - Voglio provar,
07:50 Aria (bass) - Chi in amore ha nemica la sorte,
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Johannes Lang (geb. 1989 in Düsseldorf) ist ein bekannter Organist, Chorleiter und Glockensachverständiger. Er hat zahlreiche Musikwettbewerbe gewonnen: Als Organist gewann er u.a. elf mal den Wettbewerb "Jugend musiziert" sowie weitere Wettbewerbe in Lübeck, Bellelay und Leipzig, und auch mit seinem Ensemble tr!jo war er Preisträger beim Internationalen Bachwettbewerb in Berlin 2015.
Zudem spielte Lang weltweit Konzerte, trat u. a. als Solist beim Philharmonischen Orchester Freiburg und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auf, und wurde schließlich selbst Jury-Mitglied beim bekannten deutschen Wettbewerb Jugend musiziert.
2016 wurde Johannes Lang Kantor an der Potsdamer Friedenskirche in Sanssouci, und begann 2022 seine Tätigkeit als Organist der Thomaskirche in Leipzig.
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Mehr zu den Kantatentexten:
Dass auch ein Johann Sebastian Bach sich gelegentlich oder studienhalber mit der italienischen Kammerkantate als der Modegattung des Hochbarock auseinandergesetzt haben sollte, wollte seinen auf Kirche und Orgel geeichten Verehrern lange nicht einleuchten. Tatsächlich sind aber unter Bachs Namen – wenn auch nicht in seiner Handschrift – zwei solcher Solokantaten überliefert, die der nach Anlass und Echtheit fragenden Forschung noch immer Rätsel aufgeben. Während das nur für Bass und Continuo gesetzte dreisätzige «Amore traditore» den Topos des enttäuschten Liebenden auskostet, hat man bei der aufwendiger instrumentierten Soprankantate «Non sa che sia dolore» nach Bezügen zu einem gen Ansbach (?) abreisenden Freund oder Kollegen gesucht. Sowohl für den eröffnenden Konzertsatz für Flöte und Streicher als auch hinsichtlich der gerade nicht italienisch geglätteten harmonischen Bewegung der gesamten Kantate ist kaum ein Schöpfer ausserhalb der Bach’schen Schule oder Familie denkbar – legen wir die Scheuklappen beiseite und lassen uns vom Charme beider hochstehenden Gelegenheitskompositionen verzaubern!.
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Miriam Feuersinger - Soprano
Sören Richter - Tenor
Dominik Wörner - Bass
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 211 "Schweigt stille, plaudert nicht" (Be quiet, chatter not), also known as "Coffee Cantata"
00:00 Cantata BWV 211, Concert from 06/23/2022
00:20 Recitative (tenor: narrator) - Schweigt stille, plaudert nicht
01:02 Aria (bass: Schlendrian) - Hat man nicht mit seinen Kindern
04:00 Recitative (bass: Schlendrian & soprano: Lieschen) - Du böses Kind, du loses Mädchen,
04:42 Aria (soprano: Lieschen) - Ei! wie schmeckt der Coffee süße,
09:02 Recitative (bass: Schlendrian & soprano: Lieschen) - Wenn du mir nicht den Coffee lässt,
10:21 Aria (bass: Schlendrian) - Mädchen, die von harten Sinnen,
13:11 Recitative (bass: Schlendrian & soprano: Lieschen) - Nun folge, was dein Vater spricht!
14:15 Aria (soprano: Lieschen) - Heute noch,
20:52 Recitative (tenor: narrator) - Nun geht und sucht der alte Schlendrian,
21:40 Choir (soprano, tenor & bass) - Die Katze lässt das Mausen nicht,
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Das Basler Geschwisterduo Sibylle und Michael Birkenmeier war 40 Jahre lang erfolgreich im klassischen Kabarett tätig, bevor es 2020 mit dem Stück "schwindelfrei" und einer Abschiedstournee seine Karriere beendete. Mit scharfsinnigem Humor, Musik, Theatralik und poetischem Wortwitz reflektieren die Birkenmeiers kritisch die politische und gesellschaftliche Gegenwart. In dieser kreativen Auseinandersetzung mit Bach's sogenannte "Kaffekantate" BWV 211, verbindet das Kabarett-Duo deren Thematik humorvoll und ironisch mit gesellschaftskritischen Bezügen.
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Der edle Mokka war im weltläufigen Leipzig des Barock der letzte Schrei verfeinerter Lebensart – zugleich jedoch ein von Theologen und manchen Ärzten angefeindetes, weil vermeintlich zur Sittenlosigkeit reizendes Modegetränk. Bachs bewährter Librettist Picander hat diese Konflikte 1732 in ein von Vater Schlendrian und Tochter Lieschen bestrittenes heiteres Drama verwandelt, das Bach kurz darauf für eine Aufführung seines im Zimmermann’schen Coffeehaus aufspielenden Collegium musicum vertonte. Aus Bachs einprägsamer Figurenzeichnung spricht die Lebenserfahrung des vielgeprüften Familienvaters, der dennoch seine Sympathie für das listig auf einen Bräutigam sinnende Lieschen nicht verleugnen kann. Dass der Thomaskantor die überraschende Schlusswendung selbst hinzugedichtet hat, ist nicht gesichert, würde aber zum feinen Humor und der eleganten Tiefgründigkeit dieser höchst charmanten Komposition passen.
Die vollständige Kantate, ein einführender Workshop und eine Reflexion sind hier erhältlich:
bachipedia.org/werke/bwv-211-schweigt-stille-plaudert-nicht
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In this workshop, Xoán Elías Castiñeira and Rudolf Lutz explore J.S. Bach's cantata BWV 11 «Lobet Gott in seinen Reichen» (Laud to God in all his kingdoms). This cantata tells the Story of Ascension. One of the most striking questions it seems to raise is, however: Is it really a cantata - or actually rather an oratorio?
The "Bach Factory" is a video series by the J.S. Bach-Stiftung St. Gallen that gives you interesting insights into Bach's cantatas - including exclusive excerpts from their live performance.
Watch the video of the live performance in full length on Bachipedia:
bachipedia.org/en/works/bwv-11-lobet-gott-in-seinen-reichen
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Contributors: Xoán Elías Castiñeira, Rudolf Lutz
Video: Samuel Lutz
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Xoán Castiñeira and Rudolf Lutz speak about J.S. Bach's cantata BWV 129, «Gelobet sei der Herr, mein Gott» and explain its meaning. In this cantata, Bach transforms the original chorale text by Johann Olearius (a song of praise) into music. How does he do it musically, and how does the cantata communicate its theme - the mystery of the Trinity?
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Contributors: Xoán Elías Castiñeira, Rudolf Lutz
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In this workshop, Xoán Elías Castiñeira and Rudolf Lutz explore J.S. Bach's cantata BWV 34 «O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe» (O fire everlasting, O fountain of loving). The cantata is rather unusual: Parts of it go back to a secular wedding cantata, which the librettist skillfully reshaped into a Pentecost piece. So how does this work - musically and thematically?
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Choir and Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - Conductor
Soloists:
Mirjam Wernli - Soprano
Jan Börner - Alto
Zacharie Fogal - Tenor
Tobias Wicky - Bass
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 11 "Lobet Gott in seinen Reichen" (Praise God in His kingdoms)
00:00 Cantata BWV 31, Concert from 05/13/2022
00:44 Choir - Lobet Gott in seinen Reichen,
05:15 Recitative (tenor) - Der Herr Jesus hub seine Hände auf
05:47 Recitative (bass) - Ach, Jesu, ist dein Abschied schon so nah?
06:49 Aria (alto) - Ach, bleibe doch, mein liebstes Leben,
14:05 Recitative (tenor, evangelist) - Und ward aufgehaben zusehends und fuhr auf gen Himmel,
14:37 Chorale - Nun lieget alles unter dir,
16:25 Recitative (tenor and bass) - Und da sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe,
17:29 Recitative (alto) - Ach ja! so komme bald zurück: Tilg einst mein trauriges
18:04 Recitative (tenor, evangelist) - Sie aber beteten ihn an, wandten um gen Jerusalem
18:49 Aria (soprano) - Jesu, deine Gnadenblicke
25:20 Chorale - Wenn soll es doch geschehen,
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Dr. Jean-Paul Deschler ist ein Schweizer Theologe, Philologe sowie ist als Protodiakon der Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche tätig. Er forscht zur christlichen Ikonographie, insbesondere in slawischen, russischen, syrischen oder äthiopischen Traditionen. In seinem Buch "Christliche Ikonographie" (2011) befasst er sich beispielsweise den wiederkehrenden Themen, Ursprüngen und der technischen Herstellung christlicher Ikonen.
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Die vielfach als Oratorium bezeichnete Himmelfahrtskantate «Lobet Gott in seinen Reichen» gehört zu Bachs reifsten und einprägsamsten Kirchenkompositionen. Dem festlichen Anlass entsprechend, setzt der von schmissigen Trompetentönen eröffnete Eingangschor ein entfesseltes Musizieren des grossbesetzten Orchesters und der Singstimmen frei, das sich in den empfindsamen Abschiedsklagen und der zunehmenden Himmelsleichtigkeit der Rezitative und Arien fortsetzt und vom federnden Konzertieren des figurierten Schlusschorals gekrönt wird. Dass Bach wie schon im Weihnachtsoratorium auch für seine Himmelfahrtsmusik ältere Meistersätze mit heranzog, merkt man der neuen Werkfassung nirgends an. Mit der Altarie «Ach bleibe doch, mein liebstes Leben» schuf er auf der Basis des gleichen Vorlagenmaterials gar ein eigenständiges Gegenstück zum berühmten Agnus Dei der h-Moll-Messe.
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Choir and Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - Conductor
Soloists:
Julia Doyle - Soprano
Florian Sievers - Tenor
Stephan MacLeod - Bass
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 31 "Der Himmel lacht! Die Erde jubilieret" (Heaven laughs! Earth exults)
00:00 Cantata BWV 31, Concert from 04/28/2022
00:35 Sonata
02:56 Choir - Der Himmel lacht! Die Erde jubilieret
06:44 Recitative (bass) - Erwünschter Tag! Sei, Seele, wieder froh!
08:59 Aria (bass) - Fürst des Lebens, starker Streiter,
12:08 Recitative (tenor) - So stehe dann, du gottergebne Seele,
15:28 Recitative (soprano) - Weil dann das Haupt sein Glied
16:22 Aria (soprano) - Letzte Stunde, brich herein,
20:30 Chorale - So fahr ich hin zu Jesu Christ,
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Dr. Christine Blanken befasst sich seit Langem wissenschaftlich mit oratorischen Musizierformen sowie insbesondere mit der Musik der Bach-Familie.
Nach einem Studium der Musikwissenschaften und Germanistik, promovierte Blanken 1999 zum Thema "Franz Schuberts Oratorium Lazarus und das Wiener Oratorium zu Beginn des 19. Jahrhunderts". Zunächst forschte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt »Göttinger Bach-Katalog« (1999 bis 2005). Danach begann ihre Tätigkeit am Leipziger Bach-Archiv, an dem sie seit 2011 das Referat Forschung II zur Bach-Familie leitet. Nebenbei widmet sich Blanken dem Kirchenmusizieren.
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Mehr zum Kantatentext:
Die 1715 in Weimar komponierte und von Bach später mehrfach neu eingerichtete Osterkantate BWV 31 steht auf charakteristische Weise zwischen den Zeiten und Stilen. Ihre fünfstimmige Chor- und Ensemblebesetzung, die Dominanz prägnanter Continuoformeln und ihre ebenso kompakten wie auch im Tempo kontrastreichen Satzanlagen wurzeln im geistlichen Concertieren des 17. Jahrhunderts und im Orgelstil von Bachs Jugend. Zugleich eignet ihr eine kantable Opulenz, die auf Bachs Leipziger Kantaten vorausweist. Mit dem massiven Eingangsunisono der eröffnenden Sonata verleiht Bach dem Auferstehungsgeschehen heraldischen Glanz, dem sich die befreit jubelnden Vokalstimmen anschliessen. Berührender Höhepunkt ist die oboenbegleitete Sopranarie «Letzte Stunde, brich herein», deren inwendiger Glanz von der obligaten Trompete des Schlusschorals transzendiert wird – als würde Bach als der personifizierte «Gott der Musik» den verwandelten Adamskindern höchstselbst «die Himmelstür auftun».
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Karin Kaspers-Elekes ist als Pädagogin, Spitalseelsorgerin sowie als Pfarrerin in der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau tätig. Sie hilft Menschen beim Umgang mit dem Sterben und hat Fortbildungen in Klinischer Seelsorge, Trauer- und Kindertrauerbegleitung sowie Sterbebegleitung absolviert.
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Choir and Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - Conductor
Soloist:
Peter Harvey - Bass
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 82 "Ich habe genung" (It is enough)
00:00 Cantata BWV 82, Concert from 02/16/2018
00:25 Aria - Ich habe genung,
07:17 Recitative - Ich habe genung!
08:40 Aria - Schlummert ein, ihr matten Augen,
18:47 Recitative - Mein Gott! wenn kömmt das schöne: Nun!
19:38 Aria - Ich freue mich auf meinen Tod,
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Mehr zum Kantatentext:
Die Kantate «Ich habe genung» gehört zu Bachs berühmtesten Kompositionen. Das vom Jesuserlebnis des greisen Simeon inspirierte Libretto fasst den Moment des seligen Loslassens und den christlichen Topos der friedvollen Todessehnsucht in berührende Abschiedsbilder. Bach hat in seiner dem Bass übertragenen Solokantate dafür eine Tonsprache von sanfter Eindringlichkeit gefunden, die in der zentralen «Schlummerarie» den Tod als ersehnten Schlaf nach mühseliger Lebensreise willkommen heisst. Dass dieses zugleich stille wie glutvolle Werk Bach besonders teuer gewesen sein muss, belegt neben zahlreichen Wiederaufführungen der Kantate auch die Aufnahme der Mittelarie in das für seine Frau Anna Magdalena und die familiäre Hausmusik angelegte «Notenbüchlein».
Die vollständige Kantate, ein einführender Workshop und eine Reflexion sind hier erhältlich:
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Symphony no. 3, opus 55 “Eroica”, Ludwig van Beethoven
I. Allegro con brio
Live Recording
Performed on period instruments
The genesis of Ludwig van Beethoven’s Symphony Number 3 in E-Flat Major, the “Eroica”, has long been brought into connection with the composer’s early admiration for Napoleon. Indeed, Beethoven had initially intended to entitle the work “Bonaparte”, but he withdrew the dedication when the Corsican, as First Consul of a military-backed republic, crowned himself emperor on 2 December 1804. Nonetheless, Beethoven did complete the composition, which is influenced by both French Revolution music and Bachian polyphony, and the first movement is indeed heroic in character. As such, we may assume that Beethoven, while torn between cosmopolitan notions and Austrian patriotism, still held fast to the revolutionary ideals of “liberty, equality, fraternity”. At the same time, the second movement, a funeral march, shows that he equally wished to commemorate the victims of conflict and war, thus giving form to the dark side of the “heroic” story.
Available on all common download/streaming platforms.
https://www.bachstiftung.ch/shop/en/produkt/standard-kategorie-en-1/dvd-cd-en/cds-en-en-2/symphony-no-3-opus-55-eroica/
____________________________________________________________________
Ankündigung CD-Veröffentlichung
3. Sinfonie Opus 55, «Eroica», Ludwig van Beethoven
Live Recording
Gespielt auf historischen Instrumenten
Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur, die «Eroica», wird seit langem in Zusammenhang mit seiner anfänglichen Begeisterung für Napoleon gebracht – die Komposition sollte sogar den Titel «Bonaparte» tragen. Aus Enttäuschung darüber, dass der zunächst als «Erster Konsul» einer vom Militär gestützten Republik agierende Korse sich am 2. Dezember 1804 selbst zum Kaiser krönte, nahm der Komponist diese Widmung jedoch zurück. Musikalisch hielt Beethoven dennoch an der sowohl von der französischen Revolutionsmusik als auch von der Bach’schen Polyphonie beeinflussten Sinfonie fest, die gerade im ersten Satz tatsächlich eine heroische Gestik ausbildet. Dass Beethoven trotz seiner zwischen Weltbürgertraum und österreichischem Patriotismus zerrissenen Identität an den revolutionären Idealen von «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» festhielt, dürfen wir insofern annehmen. Der als Trauermarsch ausgebildete langsame Satz zeigt dabei, dass er zugleich der Opfer von Umstürzen und Kriegen gedenken wollte und so auch der dunklen Seite der «heldenhaften» Geschichte gültige Gestalt gab.
Auf allen gängigen Download-/Streamingplattformen erhältlich.
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Choir and Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - Conductor
Soloists:
Lia Andres - Soprano
Alex Potter - Alto
Werner Güra - Tenor
Matthias Helm - Bass
Johann Sebastian Bach - Mass in G Major
00:00 Johann Sebastian Bach - Mass in G Major, Concert from 09/16/2022
01:05 Kyrie (chorus) - Kyrie eleison,
06:01 Gloria (chorus) - Gloria in excelsis Deo
11:05 Aria (bass) - Gratias agimus tibi propter
16:11 Aria (duet - soprano and alto) - Domine Deus, Agnus Dei,
20:55 Aria (tenor) - Quoniam tu solus sanctus,
25:51 Choirus - Cum Sancto Spiritu
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Frank Jehle (1939-2022) war als Theologe, Autor, Redner, Religionslehrer und Universitätspfarrer tätig. Der Schweizer studierte Theologie an der Universität Zürich sowie der Eberhard Karls Universität Tübingen und dem San Francisco Theological Seminary, Kalifornien.
Zudem erlangte Dr. Jehle Bekanntheit als Redner, Radioprediger und Publizist, mit dem Schwerpunkt auf Ethik, Theologie und Religionspädagogik.
Er war Autor (bzw. Co-Autor) vieler Bücher: Dazu zählen "Augen für das Unsichtbare. Grundfragen und Ziele religiöser Erziehung" (1981), "Grosse Frauen der Christenheit" (1998) oder "Die Aarauer Konferenz: Spiegel der evangelischen Theologiegeschichte" (2020). 2001 wurde der Pädagoge mit dem Mentorpreis der Studentenschaft der Universität St. Gallen ausgezeichnet. Er verstarb im September 2022. Seine Reflexion zu Johann Sebastian Bach's Messe in G-Dur wird vom Schweizer Publizisten, Unternehmer und Bankier Konrad Hummler verlesen.
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Mehr zum Text der Messe:
Die auf 1738 zu datierende Messe G-Dur beginnt mit einer motettischen Chorfuge mit begleitenden Instrumenten, deren kantable Bögen den eifernden Vorlagentext «Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei» (BWV 179/1) rasch vergessen machen. Das aus der Reformationskantate «Gott der Herr ist Sonn und Schild» übernommene Gloria entwickelt ohne deren dröhnende Hörner eine federnde Leichtigkeit, die sich im strahlenden Bass-Gratias sowie dem als verinnerlichtes Sopran-Alt-Duett mit markantem Violinunisono angelegten «Domine Deus» fortsetzt. Das nach e-Moll gerückte «Quoniam» lebt von verhalten in den Raum hineinfragenden Oboengesten, denen sich der Tenor mit feierlicher Anbetung anschmiegt. Dem aus der Kantate «Wer Dank opfert, der preiset mich» BWV 17/1 übernommenen Cum sancto spiritu hat Bach eine geheimnisvoll verlangsamte Einleitung vorangestellt, die seine genaue Kenntnis des zeitgenössischen Messen-Repertoires verrät.
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Beat Grögli ist seit 2013 Dompfarrer des Bistums St. Gallen in der Schweiz. Er leitet die berühmte Kathedrale St. Gallen (die zum UNESCO-Welterbe gehört) sowie die Seelsorge-Einheit St. Gallen Zentrum. Die Kathedrale, die zugleich als Bistumskirche und Pfarrkirche der Dompfarrei fungiert, gilt als angesehener und zutiefst geschätzter Ort des Gebets und der seelischen Unterstützung für Gemeindemitglieder.
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Soloists:
Alex Potter - Alto
Werner Güra - Tenor
Matthias Helm - Bass
Johann Sebastian Bach - Mass in G Minor
00:00 Mass in G Minor, Concert from 09/15/2022
00:49 Kyrie (chorus) - Kyrie eleison,
08:13 Gloria (chorus) - Gloria in excelsis Deo
11:41 Aria (bass) - Gratias agimus tibi propter
14:56 Aria (alto) - Domine Fili unigenite Jesu Christe.
20:27 Aria (tenor) - Qui tollis peccata mundi, miserere nobis,
24:30 Chorus - Cum Sancto Spiritu
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Mehr zum Text der Messe:
Die in den späten 1730er Jahren zusammengestellten vier kleineren Messen BWV 233–236 waren Teil von Bachs Bemühen, herausragenden Einzelsätzen seiner geistlichen und weltlichen Kantaten durch die Umarbeitung zu Messen und Oratorien einen dauerhaften Darbietungskontext zu erschliessen. Aufgrund ihrer Beschränkung auf Kyrie und Gloria waren sie prinzipiell für den Leipziger Gottesdienst geeignet und wurden daher im Gegensatz zur vollständigen Missa in h-Moll auch als «lutherische» Messen bezeichnet. Die auf den Kantaten BWV 102, 72 und 187 beruhende Missa in g entfaltet im einleitenden Kyrie elegischen Drive, der die schlagkräftigen Figurationen des Vorbildsatzes «Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben» perfekt dem lateinischen Bittgebet anpasst – eine überzeugende Werkgestalt, die sich in den wuchtigen Tuttisätzen des ebenfalls in Moll stehenden Gloria und des Cum sancto spiritu sowie drei elegant instrumentierten und rhythmisch prononciert gesetzten Soloarien fortsetzt.
Die vollständige Messe, ein einführender Workshop und eine Reflexion sind hier erhältlich:
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Hermann Hess (geb. 1951), Unternehmer, Amriswil. Fünfte Generation einer musikalischen und kulturinteressierten Unternehmerfamilie (Bekleidungsbranche) aus Amriswil. Musikstudium und Klavierdiplom bei Christoph Lieske (Konservatorium Winterthur). Danach Ökonomiestudium. Ab 1979 Leitung der Familienfirma ESCO (Fabrikation und Läden ganze Schweiz) mit bis zu 700 Mitarbeitenden. 1991–1993 geordneter Rückzug aus dem Bekleidungsgeschäft und Umstieg auf das Geschäftsfeld Immobilieninvestment. Heute Alleinaktionär der Amriswiler Hess- Investment-Gruppe mit Objekten und Projektentwicklungen in der ganzen Schweiz sowie in Stuttgart und Berlin. Weiterbildung zum Immobilienökonom in Deutschland. Seit 2007 VR-Präsident und Hauptaktionär der heute erfolgreichen Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG (Tourismus). 2012–2015 Kantonsrat Thurgau, 2015–2017 Nationalrat. Zwei Kinder (15/13), welche in Basel wohnen. Seit Ende des Musikstudiums (1976) immer wieder Konzertauftritte mit Kammermusik (Duos, Trios, Quartette, Chöre, Sänger). Breitgefächertes Interesse an Literatur, Poesie und Geschichte sowie an der bildenden Kunst.
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Der alljährlich am Bartholomäustag (24. August) in der Leipziger Nikolaikirche zelebrierte Antritt des aus drei abwechselnd «sitzenden» bzw. «ruhenden» Kollegien bestehenden Rates bildete den Höhepunkt der kommunalen Herrschaftsrepräsentation und bedeutete für Bach als städtischen Director musices eine ehrenvolle Zusatzaufgabe. Daher zeichnen sich seine Ratswechselmusiken durch hohe Qualität und grosse Besetzung aus. Die aus einer langwierigen Entstehungsgeschichte hervorgegangene und mindestens mit der Trauungskantate «Herr Gott, Beherrscher aller Dinge» (BWV 120a), der Festmusik zur Zweihundertjahrfeier der Augsburgischen Konfession (BWV 120b) sowie einer Frühfassung der Violinsonate BWV 1019 verknüpfte Kantate BWV 120 wurde wahrscheinlich 1729 in einer verschollenen Frühfassung erstaufgeführt und zum Ratswechsel 1742 oder in einem der Folgejahre in der heute überlieferten Version erneut dargeboten. Der Librettist ist nicht bekannt, die vom Psalmenzitat (Ps. 65, 2) bestimmte Inhaltlichkeit kreist um die Themen Gotteslob, Dankbarkeit und eine Verpflichtung des neugewählten Rates auf Gerechtigkeit und Treue. Bach hat den schwungvollen Chorsatz Nummer 2 später noch für das «Et expecto» der h-Moll-Messe umfassend neu bearbeitet.
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Die vollständige Kantate, ein einführender Workshop und eine Reflexion ist hier erhältlich: bachipedia.org/werke/bwv-120-gott-man-lobet-dich-in-der-stille
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First movement (Choir) from the Mass BWV 235
From the Cathedral of St.Gallen in Switzerland
Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - conductor
Soloists:
Alt/Altus -Alex Potter
Tenor - Werner Güra
Bass - Matthias Helm
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 235 "Messe g-Moll" (Mass in G Minor)
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The complete cantata, introductory workshop and reflection lecture (in German) are available at:
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Text:
Kyrie eleison,
Christe eleison,
Kyrie eleison.
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Choir and Orchestra of the J. S. Bach Foundation
Rudolf Lutz - Conductor
Soloists:
Muriel Schwarz - Soprano
Terry Wey - Alto
Bernhard Berchtold - Tenor
Markus Volpert - Bass
Johann Sebastian Bach - Cantata BWV 156 "Ich steh mit einem Fuß im Grabe" (I am standing with one foot in the grave)
00:00 Cantata BWV 156, Concert from 01/22/2010
00:39 Sinfonia
03:08 Aria (tenor) and Chorale (soprano) - Ich steh mit einem Fuß im Grabe,
08:35 Recitative (bass) - Mein Angst und Not,
10:12 Aria (alto) - Herr, was du willt, soll mir gefallen,
14:43 Recitative (bass) - Und willst du, dass ich nicht soll kranken,
15:51 Chorale: Herr, wie du willt, so schick's mit mir
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Univ.-Prof. em. Dr. Gottfried (Jeff) Schatz (* 18. August 1936-1. Oktober 2015) war ein weltweit angesehener Biochemiker. Er erlangte Bekanntheit für seine herausragende Erforschung von Mitochondrien sowie seine Rolle als Mitentdecker der mitochondrialen DNA.
Schatz wurde 1936 in Österreich geboren und promovierte nach seinem Studium der Biochemie und Chemie 1961 an der Universität Graz. Darauf folgten u.a. ein Aufenthalt am Public Health Research Institute in New York sowie Professuren an der Cornell University und an der Universität Basel. Von 1983 bis 1985 leitete Schatz das Institut für Biochemie des Biozentrums der Universität Basel. Zudem war er in den 80er Jahren als Generalsekretär der European Molecular Biology Organization (EMBO) tätig und wurde vielfach für seine Arbeit ausgezeichnet - unter anderem dem Marcel-Benoist-Preis, dem Louis-Jeantet-Preis für Medizin oder der Sir Hans-Krebs-Medaille. Insgesamt verfasste Schatz neben über 200 wissenschaftlichen Publikationen, seine Autobiographie "Interplanetary Travels" sowie einen Roman und mehrere Essay-Sammlungen.
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Obwohl sie mit ihrer eindringlichen Sprache und intimen Besetzung wie eine Weimarer Schöpfung Bachs wirkt, gehört die Kantate BWV 156 zu dem zumindest in Teilen von Bach selbst vertonten Jahrgang seines Leipziger Hausdichters Picander und wurde daher wohl am 23. Januar 1729 uraufgeführt. Zwar existieren keine Originalstimmen mehr, sondern selbst die älteste erhaltene Abschrift gelangte wohl erst nach Bachs Tod im Zuge des Amtsantritts von Thomaskantor Johann Friedrich Doles 1756 nach Leipzig zurück. Dafür sind erstaunlich viele Kopien aus der Zeit um 1830 überliefert, was dafür spricht, dass diese Kantate Bachs romantische Verehrer besonders ansprach.
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