Loyola Productions Munich - Visualizing Minds
Contemplación de Dos Banderas - San Ignacio de Loyola
updated
Lecture by Maria Teresa Teixeira
13th International Whitehead Conference
Whitehead and the History of Philosophy
Munich, Germany
26.-29. July 2023
Alfred North Whitehead developed his process philosophy with an explicit reliance on the value of the history of philosophy. While the trend of recent years has often suggested that different approaches to philosophical problems can be adequately categorized, using the dichotomy of purely systematic or purely historical interests, Whitehead offers an equally historically informed and systematically intended perspective.
https://www.hfph.de
Lecture by Michael Halewood
13th International Whitehead Conference
Whitehead and the History of Philosophy
Munich, Germany
26.-29. July 2023
Alfred North Whitehead developed his process philosophy with an explicit reliance on the value of the history of philosophy. While the trend of recent years has often suggested that different approaches to philosophical problems can be adequately categorized, using the dichotomy of purely systematic or purely historical interests, Whitehead offers an equally historically informed and systematically intended perspective.
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Vortrag von Stascha Rohmer
13th International Whitehead Conference
Whitehead and the History of Philosophy
Munich, Germany
26.-29. July 2023
Alfred North Whitehead developed his process philosophy with an explicit reliance on the value of the history of philosophy. While the trend of recent years has often suggested that different approaches to philosophical problems can be adequately categorized, using the dichotomy of purely systematic or purely historical interests, Whitehead offers an equally historically informed and systematically intended perspective.
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Lecture by Catherine Keller
13th International Whitehead Conference
Whitehead and the History of Philosophy
Munich, Germany
26.-29. July 2023
Alfred North Whitehead developed his process philosophy with an explicit reliance on the value of the history of philosophy. While the trend of recent years has often suggested that different approaches to philosophical problems can be adequately categorized, using the dichotomy of purely systematic or purely historical interests, Whitehead offers an equally historically informed and systematically intended perspective.
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Lecture by Barbara Muraca
13th International Whitehead Conference
Whitehead and the History of Philosophy
Munich, Germany
26.-29. July 2023
Alfred North Whitehead developed his process philosophy with an explicit reliance on the value of the history of philosophy. While the trend of recent years has often suggested that different approaches to philosophical problems can be adequately categorized, using the dichotomy of purely systematic or purely historical interests, Whitehead offers an equally historically informed and systematically intended perspective.
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Lecture by Christopher Hasty
13th International Whitehead Conference
Whitehead and the History of Philosophy
Munich, Germany
26.-29. July 2023
Alfred North Whitehead developed his process philosophy with an explicit reliance on the value of the history of philosophy. While the trend of recent years has often suggested that different approaches to philosophical problems can be adequately categorized, using the dichotomy of purely systematic or purely historical interests, Whitehead offers an equally historically informed and systematically intended perspective.
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Lecture by Andrew Davis
13th International Whitehead Conference
Whitehead and the History of Philosophy
Munich, Germany
26.-29. July 2023
Alfred North Whitehead developed his process philosophy with an explicit reliance on the value of the history of philosophy. While the trend of recent years has often suggested that different approaches to philosophical problems can be adequately categorized, using the dichotomy of purely systematic or purely historical interests, Whitehead offers an equally historically informed and systematically intended perspective.
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ignatianische-exerzitien.org
Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
https://www.ignatius-gottsucher.de/
Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
https://www.bonifatius-verlag.de/artikel/der-augenblick-ist-mein
ignatianische-exerzitien.org
Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
https://www.ignatius-gottsucher.de/
Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
https://www.bonifatius-verlag.de/artikel/der-augenblick-ist-mein
ignatianische-exerzitien.org
Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
https://www.ignatius-gottsucher.de/
Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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-Wie treffe ich eine Gute Wahl?
- Was bedeutet: "Unterscheidung der Geister"?
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Ignatius – der Gottsucher
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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is the man who is completely open,
the man open to God and coming from God
the transparent man,
the man who understands himself
as the revelation of God,
the man completely moved by the spirit,
the completely inward
the man who is obedient to the Father
the man who is always renewed
in the prayer of contemplation,
the man who creates
from the divine source,
the man who recognizes HIMSELF in everything
God-man,
who, permeated by love
gives HIMSELF to HIMSELF,
to God and man,
and so, by being complementary,
brings completion,
God revealed and showed the way,
because God is unity, God is everything,
Yin and Yang.
Lord Jesus Christ,
true vine,
whose branches we are,
open our inner eye,
for in seeing understanding,
that in you all is one
and therefore also called
to be complementary,
to effect complementarity,
lies the key to reconciliation,
to unity, to fulfillment.
Amen
Film auf Amazon Prime:
amzn.to/2zpZ6Ic
DVD bestellen:
lp-muc.com/html/glassman_order.html
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
https://www.bonifatius-verlag.de/artikel/der-augenblick-ist-mein
ignatianische-exerzitien.org
Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
https://www.ignatius-gottsucher.de/
Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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ist der ganz nach innen offene Mensch,
der auf Gott hin und von Gott her
durchsichtige Mensch,
der als Offenbarung Gottes
sich selbst verstehende Mensch,
der ganz vom Geiste bewegte Mensch,
der ganz nach innen
dem Vater-Urgrund gehorsame Mensch,
der im Gebet der Versenkung
stets erneuerte Mensch,
der aus göttlicher Quelle
schöpfende Mensch,
der SICH SELBST in allem erkennende
Gottmensch,
der von Liebe durchdrungen
SICH an SICH SELBST verschenkt,
an Gott und Mensch,
und so, durch Ergänzung sein,
Ergänzung bringen,
Gott offenbarte und den Weg wies,
denn Gott ist Einheit, Gott ist alles,
Yin und Yang.
Herr Jesus Christus,
wahrer Weinstock,
dessen Zweige wir sind,
öffne unser inneres Auge,
denn in schauendem Verstehen,
dass in dir alles eins ist
und deshalb auch berufen,
komplementär zu sein,
komplementär zu wirken,
liegt der Schlüssel zur Versöhnung,
zur Einheit, zur Erfüllung.
Amen
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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- Wie treffe ich eine gute Wahl?
- Was bedeutet: "Unterscheidung der Geister?"
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
https://www.ignatius-gottsucher.de/
Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
https://www.bonifatius-verlag.de/artikel/der-augenblick-ist-mein
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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5:22 Wo würden Sie Ihren eigenen Seinsbegriff in Abgrenzung zur Tradition, etwa Thomas von Aquin, verorten?
10:39 Für Ihre eigene Entwicklung war die Entdeckung des Konzeptes des Theorierahmens ausschlaggebend. Können Sie bitte kurz erläutern, was Sie unter einen Theorierahmen verstehen?
17:02 Könnten Sie die ontologische Differenz, die Differenz zwischen Seiendem und Sein, zwischen Ontologie und Einailogie, erläutern?
22:13 Wie würden Sie Ihre eigene Wahrheitstheorie beschreiben, wenn Sie sie von der bekannten Korrespondenz-Theorie und Kohärenz-Theorie der Wahrheit absetzen.
31:24 Ihre Wahrheitstheorie enthält bereits eine Kritik der klassischen Substanz-Ontologie. Die Welt besteht nicht aus Dingen sondern aus Tatsachen. Könnten Sie Ihre Alternative zur Substanz-Ontologie hier kurz skizzieren?
52:43 Die Philosophie der Moderne wird durch die Subjekt-Objekt-Dichotomie bestimmt. In welcher Weise überwindet Ihr Ansatz die Trennung von Subjekt und Objekt?
1:09:41 Erläutern Sie die Unterscheidung zwischen der notwendigen und kontingenten Seins-Dimension. Schlägt Ihre Philosophie durch diese Unterscheidung eine Brücke zur philosophischen Gotteslehre?
1:17:18 Warum hat die notwendige Seins-Dimension eine geistige Natur?
1:32:55 Ist Gott gleichzusetzen mit dem Sein als Ganzen oder doch „nur“ mit der notwendigen Seins-Dimension?
“Narrative Philosophy and Sacred Narrative”
Workshop at Tantur Ecumenical Institute, Jerusalem
29 May to 2 June 2023
“Narrative Philosophy and Sacred Narrative”
Workshop at Tantur Ecumenical Institute, Jerusalem
29 May to 2 June 2023
Workshop at Tantur Ecumenical Institute, Jerusalem
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
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- Manresa, Spanien 1522
- Ignatius' Bekehrung und Erbe
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Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
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Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
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Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
https://www.bonifatius-verlag.de/artikel/der-augenblick-ist-mein
ignatianische-exerzitien.org
Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
https://www.ignatius-gottsucher.de/
Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
https://www.bonifatius-verlag.de/artikel/der-augenblick-ist-mein
- Wie treffe ich eine gute Wahl?
- Was bedeutet: „Unterscheidung der Geister“?
ignatianische-exerzitien.org
Ignatius – der Gottsucher
Eine Dokufiction über die Ignatianischen Exerzitien
https://www.ignatius-gottsucher.de/
Über „Macht und Geheimnis der Jesuiten“ ist viel geschrieben worden, aber vielleicht ist alles gar nicht so geheim, denn was die Jesuiten vor allem aus- macht, ist ihr gemeinsames geistliches Fundament, die Exerzitien des heiligen Ignatius (1491-1556), der Gründerfigur des Jesuitenordens.
Jeder Jesuit macht die sogenannten „Großen Exerzitien“ (Geistlichen Übungen) zweimal in seinem Leben, zu Beginn und am Ende seiner Ausbildung. Dreißig Tage verbringt er im Schweigen und Beten, seine Beziehung zu Gott und Jesus steht im Mittelpunkt. Und die entscheidenden Fragen: Was ist der Wille Gottes für mich und mein Leben? Bin ich zum Gefährten Jesu, zum Jesuiten berufen?
Das Schweigen ist mehr als bloßes Nicht-Reden, es öffnet dem Menschen eine neue Dimension in seinem Leben. Im langen Schweigen liegt die Kraft, hören zu können. Es ist bezeichnend, dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftreten vierzig Tage vom Geist in die Wüste geführt wurde, in Stille und Einsamkeit. Jesu Wüstenerfahrung mit den drei Versuchungen ist sicher eine Schlüsselstelle für sein gesamtes Wirken. Alle drei Versuchungen betreffen das erste Gebot: „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst dir kein Gottesbild machen, um es anzubeten.“ Gott allein zählt, nicht die Vergöttlichung irdischer Macht und die damit einhergehende Abhängigkeit. Wer Steine in Brot verwandeln kann, der kann auch die Welt mit „panem et circenses“ (Brot und Spielen) beherrschen. Jesus hätte die Fähigkeit dazu. Aber er weigert sich, sie zu nutzen, auch für sich selbst. Das wahre Brot, die wahre Sicherheit kann allein Gott geben. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“, lautet die frohe Botschaft. Wer sich neu ausrichtet, spürt das Geschenk der inneren Freiheit, aller Zwänge und Abhängigkeiten ledig zu sein.
In den Geistlichen Übungen teilen wir diese Grunderfahrung Jesu in der Wüste. Das Geschenk der inneren Freiheit äußert sich als Dankbarkeit, Güte, Nachsichtigkeit, Ausdauer, Großzügigkeit und Beziehungsfähigkeit. Das ist das Fundament, auf dem das Suchen und Finden Gottes in allen Dingen ruht. Für den Einzelnen wie auch für die Gemeinschaft gilt es, durch Unterscheidung der Geister zu erkennen, was „Ad Majorem Dei Gloriam“ (zur größeren Ehre Gottes) wirklich bedeutet. Die entscheidende Haltung dabei nennt Ignatius Indifferenz. Damit ist nicht gemeint, dass mir alles gleichgültig ist, sondern dass mir alles gleich gültig ist. Ich begegne allem mit derselben Offenheit. Wenn ich meine Seele an etwas verliere, dann verliere ich letztlich auch meine innere Freiheit.
Die Frage der radikalen Nachfolge Jesu ist zentral für einen Novizen, der in den Jesuitenorden einzutreten gedenkt, doch Exerzitien sind nicht alleine für Jesuiten da, sondern vielmehr ein Angebot für alle nach religiöser Erfahrung suchenden Menschen. Allgemeiner gesagt, dienen sie dazu, sich und sein Leben neu auf Gott auszurichten. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern gründet auf Ignatius’ Lebenserfahrung. 1521 wird er im Krieg als Soldat in Pamplona von einer Kanonenkugel verwundet. Nach seiner Genesung lebt er streng asketisch, er möchte den Heiligen Franziskus und Dominikus nachfolgen. Dabei macht Ignatius eine Erfahrung, die sein ganzes Leben prägen und verändern wird. Seine Erkenntnis: Der Mensch kann Gott in allen Dingen finden. Aufgrund seiner Erfahrungen entsteht eine „Anleitung“ zum Beten, die „Exerzitien“, die Geistlichen Übungen. Dass Gott unmittelbar seinen Geschöpfen zugänglich ist, mochte bis dahin vielleicht für einen Heiligen gelten, aber für jeden Menschen? Neu war auch die Art und Weise der religiösen Erfahrung. Ignatius nennt es „Beten mit allen Sinnen“. Damit entwickelte er die seit den Wüstenvätern bekannte Weise des meditativen Betens, der „Lectio Divina“ (göttliche Lesung), weiter. Diese bestand aus vier Schritten: „Lectio“ (Lesung), „Meditatio“ (Meditation), „Oratio“ (Gebet) und „Contemplatio“ (Kontemplation). Nach dem aufmerksamen Lesen einer Bibelstelle wählt man sich einen Vers aus, der einen besonders anspricht und meditiert diesen, indem man ihn beständig wiederholt. Das Nachdenken über das Wort Gottes mündet in das Gebet zu Gott. In der Kontemplation (Stille) erfährt der Beter Gemeinschaft mit Gott. Wichtiger als das Nachdenken, ist für Ignatius das Einbeziehen aller Sinne beim Beten: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
Buch bestellen „Der Augenblick ist mein“ von Christof Wolf SJ
https://www.bonifatius-verlag.de/artikel/der-augenblick-ist-mein


