Uploaded February 2025 | Updated September 2026, 2 hours ago
Vortrag im Rahmen des Workshops "BRICS Postcolonialism" am 21. Februar 2025
Seit etwa zwei Jahrzehnten steht die brasilianische Kultur am Scheideweg: Der eine Weg weist in Richtung des (reformierten) Projekts einer „civilização mestiça“, einer politischen und sozioökonomischen Umgestaltung der brasilianischen Gesellschaft nach den Prinzipien pluralistischer Vielfalt, die, wenn auch mit gewissen Einschränkungen, das kulturelle Klima des Landes prägen. Der andere Weg führt zum Tribalismus, einem spannungsreichen Multikulturalismus, einem Gegenentwurf zur métissage als bemerkenswerter Besonderheit der brasilianischen Geschichte. Hieraus resultieren zahlreiche Fragen: Was bedeutet Dekolonisierung in Brasilien? Inwiefern ist es möglich – und wünschenswert –, Kolonisatoren und Kolonisierte mehr als fünf Jahrhunderte nach Beginn ihrer Interaktion zu trennen? Ist es wirklich angemessen, die brasilianische Geschichte und ihre ganz eigene kulturelle Utopie aus dem internationalen Diskursfeld um die Dekolonisierung auszuschließen?
Vortrag im Rahmen des Workshops "BRICS Postcolonialism" am 21. Februar 2025
Seit etwa zwei Jahrzehnten steht die brasilianische Kultur am Scheideweg: Der eine Weg weist in Richtung des (reformierten) Projekts einer „civilização mestiça“, einer politischen und sozioökonomischen Umgestaltung der brasilianischen Gesellschaft nach den Prinzipien pluralistischer Vielfalt, die, wenn auch mit gewissen Einschränkungen, das kulturelle Klima des Landes prägen. Der andere Weg führt zum Tribalismus, einem spannungsreichen Multikulturalismus, einem Gegenentwurf zur métissage als bemerkenswerter Besonderheit der brasilianischen Geschichte. Hieraus resultieren zahlreiche Fragen: Was bedeutet Dekolonisierung in Brasilien? Inwiefern ist es möglich – und wünschenswert –, Kolonisatoren und Kolonisierte mehr als fünf Jahrhunderte nach Beginn ihrer Interaktion zu trennen? Ist es wirklich angemessen, die brasilianische Geschichte und ihre ganz eigene kulturelle Utopie aus dem internationalen Diskursfeld um die Dekolonisierung auszuschließen?


![Sonia Combe: Alter “Mythos Antifaschismus”, neuer “Mythos Buchenwald” in der Geschichtsschreibung...
Sonia Combe: Alter “Mythos Antifaschismus”, neuer “Mythos Buchenwald” in der Geschichtsschreibung des Antifaschismus. Ein Vergleich.
Vortrag im Rahmen der Tagung Zwischen Praxis und Propaganda. Antifaschismen in der DDR am 8. Mai 2026
Hier wird versucht, die Gründe und die “verborgene Tradition” nachzuvollziehen, durch die sich ein Mythos um das KZ Buchenwald entwickelt hat, und zwar im Zusammenhang mit dem sogenannten “Mythos Antifaschismus”, der nach der Wiedervereinigung entstanden ist. Dabei stütze ich mich auf einen Vergleich mit den verschiedenen Narrativen über den antifaschistischen Widerstand in Frankreich, die eine Dekonstruktion des “Mythos Antifaschismus” anbieten könnten.
Sonia Combe ist Geschichtswissenschaftlerin (Université Paris-Nanterre, Centre Marc Bloch, Berlin). Sie hat sich auf die Erinnerungspolitik der kommunistischen Gesellschaften vor und nach der Wende spezialisiert. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Ein Leben gegen ein Anderes. Der “Opfertausch” im KZ Buchenwald und seine Nachgeschichte (2017); Loyal um jeden Preis. “Linientreue Dissidenten” im Sozialismus (2022); und Choix sous contraintes: survivre et décider dans l’univers concentrationnaire (mit Emmanuel Delille, 2025 [Entscheidungen unter extremen Bedingungen: überleben und entscheiden im KZ]). Sonia Combe: Alter “Mythos Antifaschismus”, neuer “Mythos Buchenwald” in der Geschichtsschreibung...](https://i.ytimg.com/vi/LrvIWEw8WiU/mqdefault.jpg)







